90 Jahre, 15 Folgen, ein Abschied, der Die Waltons-Fans trifft
Die Waltons verliert eine ihrer prägendsten Nebenfiguren. Mariclare Costello, die Lehrerin Rosemary Hunter in 15 Folgen der Kultserie, starb am 17. April in Brooklyn im Alter von 90 Jahren. Für Fans bedeutet das den Abschied von einem Gesicht, das die Serie über Jahre hinweg mitgeprägt hat.
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Tod einer Serienlegende mit 90
Mariclare Catherine Costello wurde am 3. Februar 1936 in Peoria im US-Bundesstaat Illinois geboren und starb am 17. April 2026 im Alter von 90 Jahren in Brooklyn. Ihre Familie bestätigte den Tod der Schauspielerin, die zu den lebenslangen Mitgliedern des renommierten Actors Studio gehörte.
Costello hinterließ ein Werk, das Jahrzehnte umspannte: von Theaterproduktionen in Washington über Kulthorrorfime bis hin zu prägenden Fernsehrollen. Ihr Name bleibt untrennbar mit Die Waltons verbunden, einer der beliebtesten Familienserien der amerikanischen Fernsehgeschichte.
Wer Mariclare Costello erlebt hat, beschrieb sie als Darstellerin mit außergewöhnlicher Wärme und Präzision. Diese Qualitäten machten sie zu einer geschätzten Kollegin und zu einer Figur, die das Publikum nicht vergisst.
Rosemary Hunter: Die Waltons-Jahre
In 15 Folgen der CBS-Serie Die Waltons verkörperte Costello die Lehrerin Rosemary Hunter während der ersten fünf Staffeln von 1972 bis 1977. Ihre Figur war die erste, die eine Geschichte von John (Ralph Waite)-Boy Walton, gespielt von Richard Thomas, an der Walton's Mountain School vorlas.
Den emotionalen Höhepunkt ihrer Rolle erlebte Rosemary Hunter in der Auftaktfolge der vierten Staffel im September 1975, als sie den Reverend Matthew Fordwick heiratete, dargestellt von John Ritter. Costello erinnerte sich an diese Zeit mit großer Herzlichkeit: 'Ich hatte die wunderbarste Zeit mit Richard Thomas und John Ritter. Wir haben von Morgens bis Abends gelacht. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Sie waren großartig.'
Als Costello den Produzenten mitteilte, dass sie schwanger war, griffen diese die Neuigkeit kreativ auf und schrieben sie in die Handlung ein. In der fünften Staffel taucht die Kleinkind-Figur Mary Margaret als Rosemarys Tochter auf. Nach Die Waltons wechselte Costello in die kurzlebige CBS-Dramaserie Die Fitzpatricks von 1977 bis 1978, in der sie die Mutter einer vierköpfigen Familie in Flint, Michigan spielte. Die Sendung, in der auch Jimmy McNichol mitwirkte, wurde nach 13 Folgen abgesetzt.
Kulthorrorfim und frühe Karriere
Bereits vor ihrem Durchbruch im Fernsehen hinterließ Costello einen bleibenden Eindruck im Horrorgenre. In John D. Hancocks Kultfilm 'Let's Scare Jessica to Death' aus dem Jahr 1971 spielte sie Emily Bishop, einen Vampirgeist, der die psychisch labile Jessica, dargestellt von Zohra Lampert, in den Wahnsinn treibt. Ihre Darstellung gilt bis heute als eine der unheimlichsten und eindringlichsten des Genres.
Ihre Ausbildung war ebenso bemerkenswert wie ihre Karriere. Costello erwarb ihren Masterabschluss in Theater und Pädagogik an der Catholic University in Washington. Dort studierte sie Improvisationstheater bei der legendären Viola Spolin und trat vor Präsident Kennedy als Nerissa in einer Aufführung von Shakespeares 'Der Kaufmann von Venedig' auf.
1964 wurde sie aus Hunderten von Bewerbern als eine von nur 30 Schauspielern für die Gründungsbesetzung der Lincoln Center Repertory Company ausgewählt, die von Herbert Blau und Jules Irving geleitet wurde. Diese Zugehörigkeit zu einer der angesehensten Theatertruppen des Landes unterstrich ihren Ruf als ernstzunehmende Bühnenkünstlerin.
Ehe mit Allan Arbus und Privatleben
Im Jahr 1977 heiratete Mariclare Costello den Schauspieler Allan Arbus, der einem breiten Publikum als Psychiater Major Sidney Freedman in der Kultserie M*A*S*H bekannt war. Die Ehe hielt bis zu Arbus' Tod im Jahr 2013, als er im Alter von 95 Jahren starb.
Allan Arbus war zuvor mit der weltberühmten Fotografin Diane Arbus verheiratet gewesen, deren Werk die Kunstfotografie des 20. Jahrhunderts nachhaltig prägte. Mariclare Costello und Allan Arbus teilten nicht nur das Leben, sondern auch eine tiefe Leidenschaft für die darstellende Kunst.
Über ihr Privatleben sprach Costello selten öffentlich. Im Mittelpunkt standen stets ihre Rollen, ihre Kollegen und ihre Liebe zum Theater und zum Film.
Auszeichnungen und bleibendes Erbe
Neben ihren bekanntesten Rollen in Die Waltons und 'Let's Scare Jessica to Death' bewies Costello ihre Vielseitigkeit 1974 in dem mit dem Emmy ausgezeichneten Fernsehfilm 'The Execution of Private Slovik'. Darin spielte sie die Ehefrau der Titelfigur, die von Martin Sheen verkörpert wurde.
Ihr Engagement am Theater blieb ein roter Faden durch ihr gesamtes Leben. Als lebenslangem Mitglied des Actors Studio war Costello Teil einer Gemeinschaft, die das amerikanische Schauspiel über Generationen hinweg formte. Ihre Arbeit mit der Lincoln Center Repertory Company in den 1960er Jahren legte das Fundament für eine Karriere, die Bühne, Film und Fernsehen gleichermaßen umfasste.
Mariclare Costello hinterlässt ein Werk, das weit über einzelne Rollen hinausgeht. Ob als warmherzige Lehrerin in Die Waltons, als bedrohliche Vampirgestalt im Horrorfilm oder als tragische Ehefrau im Fernsehfilm: Sie war stets eine Darstellerin, die den Figuren echtes Leben einhauchte.
Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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