6 Songs, 6 Episoden: Legends of Tomorrow holt die 90er zurück wie kaum eine Serie zuvor
Sechs Songs definieren, wie eine ganze Ära sich anfühlt. Die britische Krimiserie Legends mit Aml Ameen und Hayley Squires ist seit dem 7. Mai 2025 auf Netflix verfügbar. Wer die 90er wirklich versteht, bekommt hier keinen Nostalgie-Filter, sondern rohe Energie.
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Zurück in die frühen 90er
Legends spielt im England der frühen 1990er Jahre und zeigt gewöhnliche Zollbeamte, die in einer streng geheimen Operation undercover in gefährliche Heroinschmuggel-Netzwerke eingeschleust werden. Die Serie zeichnet dabei nicht nur ein Bild von Kriminalität und Gefahr, sondern auch von einer Epoche voller kultureller Energie.
Brady Hood, der Regisseur der Serie, wollte die 90er nicht durch eine romantisierende Linse zeigen. Sein Ziel war es, die Lebendigkeit dieser Zeit einzufangen: Trainingsanzüge, Tanzmusik und das Gefühl, dass alles möglich ist. Genau dieser Anspruch spiegelt sich in der Musikauswahl wider.
Steve Coogan, der als Schöpfer hinter dem Projekt steht, verfolgte bei der Entwicklung einen ungewöhnlichen Ansatz: Er bat alle Schauspieler, ihm jeweils zwei Songs zu schicken, einen für private Momente und einen für die öffentliche Rolle ihrer Figur. Das half ihm, die Charaktere besser zu verstehen.
Musik als Charakter-Werkzeug
Die Methode, Musik direkt von den Darstellern einzuholen, erwies sich als kreatives Mittel zur Figurenentwicklung. Hayley Squires und Aml Ameen gehören zum Ensemble, das auf diese Weise aktiv zur Klangwelt der Serie beigetragen hat.
Jeder Song verrät etwas über den Menschen dahinter: der private Genuss, der sich von der öffentlichen Fassade unterscheidet. Diese Spannung zwischen dem echten Ich und der gespielten Legende ist auch das zentrale Thema der Serie.
Das Ergebnis ist ein Soundtrack, der sich nicht wie eine kuratierte Playlist anfühlt, sondern wie ein authentisches Abbild einer Zeit, in der Musik Identität bedeutete.
Die Songs im Detail
Zu den markantesten Titeln des Soundtracks gehören 'Cherry-coloured Funk' von den Cocteau Twins, 'Made of Stone' von The Stone Roses sowie 'April Skies' von The Jesus and Mary Chain. Diese drei Tracks stehen stellvertretend für den britischen Indie-Sound der frühen 90er.
Ergänzt wird die Auswahl durch 'Hallelujah' in einem Club-Mix der Happy Mondays, was den Bezug zur Madchester-Bewegung und der Rave-Kultur der Zeit herstellt. Dazu kommt 'Baby I Don't Care' von Transvision Vamp, ein Song, der den poppigen Übermut der Ära verkörpert.
Den vielleicht bekanntesten Track steuert Depeche Mode bei: 'Personal Jesus' verbindet elektronische Kälte mit emotionaler Wucht und passt damit perfekt zur düsteren Undercover-Welt, die die Serie zeigt.
Episoden und ihre Atmosphäre
Die sechs Episoden tragen Titel, die die Stimmung der Serie verdichten. Episode 1 heißt 'Could You Offer More?' und stellt die Ausgangslage der verdeckten Operation vor. Episode 3 trägt den Titel 'This Is Liverpool' und verankert die Handlung geografisch in einer Stadt, die untrennbar mit der Musikgeschichte der Insel verbunden ist.
Das Finale in Episode 6 heißt 'Legends Never Die' und greift damit den Serientitel direkt auf. Der Titel verspricht einen Abschluss, der die Frage nach Identität und Überleben der Figuren zuspitzt.
Die Verbindung zwischen Episodentiteln, Schauplätzen und Musikauswahl ergibt ein stimmiges Gesamtbild, das zeigt, wie sorgfältig die Produktion an der Atmosphäre gearbeitet hat.
Legends jetzt auf Netflix verfügbar
Die komplette erste Staffel von Legends steht seit dem 7. Mai 2026 weltweit auf Netflix zur Verfügung. Alle sechs Episoden können in einem Zug geschaut werden.
Für deutschsprachige Zuschauerinnen und Zuschauer ist die Serie direkt über Netflix abrufbar. Ein separater Starttermin für den deutschsprachigen Raum ist nicht nötig, da Netflix die Serie global und gleichzeitig veröffentlicht hat.
Wer die 90er selbst erlebt hat, dürfte beim Hören der Musik unweigerlich in Erinnerungen versinken. Und wer die Dekade nur aus Erzählungen kennt, bekommt mit Legends eine lebendige Einführung in eine Ära, die die britische Kultur nachhaltig geprägt hat.
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Artikel geschrieben von:

Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.
Alle Artikel von SarahSarah hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.
