Wie Devil May Cry den Sprung von Staffel 1 zu 2 meistern will

·12.05.2026, 13:45 Uhr·3 Min
Bild: Netflix · TMDB

Wie weit Shankar den Ton wirklich drehen wird, ist noch offen. Bekannt ist: Er hat die Songauswahl für Staffel 1 vor dem Greenlight festgelegt und vergleicht Staffel 2 mit The Dark Knight. Was das für die Punk-Rock-Ästhetik bedeutet, die die Serie definiert hat, bleibt die entscheidende Frage.

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Punk-Rock-Ästhetik trifft Videospiel-Vorlage

Devil May Cry ist eine Adaption der gleichnamigen, beliebten Videospielreihe von Capcom und trägt unverkennbar die Handschrift von Adi Shankar. Die Serie filtert eine Spielern vertraute Geschichte durch eine ausgeprägte Punk-Rock-Ästhetik der frühen 2000er Jahre und schafft damit eine eigenständige visuelle und musikalische Identität.

Für Staffel 1 legte Shankar Netflix bereits vor der Bestellung der Serie fertige Drehbücher sowie eine vollständige Liste der benötigten Songs vor. Diese ungewöhnliche Vorgehensweise zeigt, wie präzise Shankar seine kreative Vision von Beginn an durchdachte.

Die Musik ist dabei kein Beiwerk, sondern dramaturgisches Werkzeug. Komponisten wie Power Glove sowie eine sorgfältig kuratierte Songauswahl prägen den Rhythmus der Serie maßgeblich.

Phil Collins und ein fast anderes Finale

Der Einsatz von 'Freak on a Leash' im großen Finale der ersten Staffel war keine ursprüngliche Entscheidung. Ursprünglich war 'In the Air Tonight' von Phil Collins für die Szene vorgesehen, inklusive einer 360-Grad-Einstellung, die exakt auf den legendären Schlagzeugeinbruch des Songs abgestimmt war.

Shankar entschied sich in letzter Minute um, weil der Song nicht zum musikalischen Gesamtbild der Serie passte. Einen persönlichen Grund nannte er ebenfalls: Er zeigte die Szene mit 'In the Air Tonight' seinem Freund James Van Der Beek, der damals während der Pandemie eine Serie rund um den Film 'Roadhouse' entwickelte und den Song dafür nutzen wollte.

Shankar entfernte den Phil-Collins-Song bewusst aus Devil May Cry, damit Van Der Beek ihn verwenden konnte. Nach dessen Tod Anfang 2026 erinnerte Shankar öffentlich an diesen Moment als persönliche Geste der Freundschaft.

Dantes Einsamkeit als Staffel-1-Kern

Staffel 1 war thematisch auf Dantes innere Welt ausgerichtet: seine Einsamkeit und seine Unfähigkeit, diese in Worte zu fassen. Er hat seine Familie verloren und sucht verzweifelt nach einem Weg, sie zurückzubekommen.

Diese emotionale Grundlage unterscheidet die Serie von einer reinen Actionadaption. Shankar beschreibt Dante als jemanden, dem die Werkzeuge fehlen, um seine Gefühle auszudrücken, was ihn trotz seiner übernatürlichen Stärke verletzlich macht.

Dieser Fokus auf Charakter statt auf bloße Spektakel war von Anfang an Kalkül. Figuren wie Amanda Cárcamo, Max Aruj, Kasey Myers und weitere prägen das Ensemble, das Dantes Welt bevölkert.

Vergil verändert den Ton komplett

Staffel 2 bringt Vergil ins Spiel, und damit ändert sich laut Shankar der gesamte Tonfall der Serie grundlegend. Er vergleicht den Unterschied mit dem Übergang von Batman Begins zu The Dark Knight: dunkler, komplexer, gefährlicher.

Vergil ist laut Shankar jemand, der als gefährlichste Person in einem Raum gelten kann, ohne sich dabei auch nur zu bewegen. Diese stille Bedrohlichkeit soll die Dynamik der Serie neu kalibrieren und Dante vor eine ganz andere Art von Herausforderung stellen.

Staffel 2 schließt dabei einen Handlungsbogen ab, auch wenn Shankar andeutet, dass danach weitere Bögen folgen könnten. Die Geschichte ist in seinem Kopf bereits für viele Jahre durchgeplant.

Shankars Langzeitplan für die Serie

Shankar formuliert es provokant: Würde man ihn in einem Kellerraum einsperren und zwingen, Devil May Cry die nächsten zehn Jahre lang zu produzieren, hätte er die Geschichte bereits vollständig im Kopf. Der Plan steht, auch wenn die Umsetzung von Staffel zu Staffel verhandelt wird.

Neben den Hauptverantwortlichen sind kreative Stimmen wie Mindy Kaling und Julian Schnabel Teil des erweiterten Gesprächskreises rund um die Weiterentwicklung des Projekts, was die kulturelle Bandbreite der Einflüsse auf die Serie unterstreicht.

Für Fans bedeutet das: Devil May Cry ist auf lange Sicht angelegt. Staffel 2 ist kein Endpunkt, sondern eine Weggabelung in eine noch größere Geschichte.

Quelle: NetflixZuletzt aktualisiert: 12.05.2026, 13:45 Uhr

Artikel geschrieben von:

Julia Fischer
Autor
Julia Fischer
Sci-Fi & FantasyMysteryComedy-Serien

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.

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