Wer ist Hassan wirklich? The Agency – Im Fadenkreuz der C.I.A. Staffel 2 lässt die Frage offen

Hassan Zamani verändert das Machtgefüge in Staffel 2 grundlegend. Keanush Tafreshi spielt den unberechenbaren Sohn eines iranischen Regierungsberaters in der Paramount+-Serie. Wer Hassan wirklich ist, bleibt bewusst im Dunkeln, und genau das macht ihn gefährlich.
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Hassan: Zielscheibe mit unklaren Motiven
In der zweiten Staffel von The Agency bei Paramount+ tritt Hassan Zamani als neue Schlüsselfigur auf. Er ist der Sohn eines iranischen Regierungsberaters, unberechenbar, aufbrausend und durch seine Verbindungen zur Regierung ein attraktives Ziel für die CIA. Die Agenten erhoffen sich über ihn Zugang zu Informationen, die sie auf anderem Weg nicht bekommen würden.
Keanush Tafreshi, der Hassan verkörpert, beschreibt die Figur im Interview als jemanden, der von Beginn an intensiv und aggressiv wirkt, aber deutlich mehr Schichten besitzt, als der erste Eindruck vermuten lässt. 'Wenn wir Hassan kennenlernen, ist er definitiv sehr intensiv, gewalttätig, aggressiv, unberechenbar sogar', erklärt Tafreshi. 'Seine Sprengkraft und Unberechenbarkeit lässt innerhalb der Agentur Fragen aufkommen, ob er das richtige Ziel ist.'
Trotz dieser Zweifel setzt die CIA auf ihn, weil Hassan im Vergleich zu seinem Umfeld fortschrittlicher denkt und offener für Veränderungen ist. Das macht ihn aus Sicht der Agenten zu einer Person, die sich möglicherweise instrumentalisieren lässt, was die Spannung um seinen Charakter von Folge zu Folge steigert.
Unsicherheit als Hassans größte Schwäche
Hinter Hassans aggressiver Fassade steckt nach Tafreshis Analyse ein tief verunsicherter Mann. Der Charakter hat Zugang zu Status, Geld und Macht, fühlt sich aber innerlich leer. 'Er versucht, dieses Loch seiner Männlichkeit zu füllen', sagt Tafreshi. 'Er will Bewegung und Wachstum in seiner Welt sehen.'
Genau diese Widersprüchlichkeit war für Tafreshi der Schlüssel zur Figur. Er suchte nach Hassans Verletzlichkeiten, um ihn greifbarer und menschlicher zu gestalten. The Agency zeigt in seiner zweiten Staffel, wie das Format des Spionage-Thrillers Raum für solche psychologischen Porträts lässt, ohne dabei das Tempo der Geschichte zu opfern.
Die Figur entwickelt sich laut Tafreshi graduell. Es gab keinen einzelnen Moment, in dem alles klick machte, sondern eine schrittweise Entdeckung, die sich auch im Dreh selbst fortsetzte, besonders in Szenen mit seiner Co-Darstellerin Saura Lightfoot-Leon, in denen die beiden verschiedene Dynamiken ausprobierten.
Farsi, Familie und iranische Leidenschaft
Die Vorbereitung auf die Rolle war für Tafreshi auch eine persönliche Reise. Er wuchs in Amerika auf, seine Muttersprache Farsi trat dabei in den Hintergrund. Für die Rolle musste er sie reaktivieren. 'Das Erste, was ich meinen Eltern sagte, war: Lasst uns ab jetzt nur noch Farsi sprechen, damit das wieder in mir ist', berichtet Tafreshi.
Das Sprechen in Farsi brachte ihm nicht nur sprachliche Sicherheit, sondern auch neue Gedanken und Impulse, die er auf Englisch nicht gefunden hätte. Ergänzend dazu schaute er sich iranische Reality-TV-Formate an, um die Energie iranischer Männer zu verstehen. 'Ich habe viel Iranian Love Island geschaut. Das war sehr hilfreich für mich', sagt Tafreshi mit einem Augenzwinkern.
Die iranische Kultur, so Tafreshi, zeichne sich durch eine besondere Leidenschaftlichkeit aus, die er unbedingt in Hassan einfließen lassen wollte. Diese Wärme und Intensität bilden den Gegenpol zu Hassans Aggressivität und machen ihn zu einer Figur, die trotz aller Fehler eine emotionale Verbindung zum Publikum aufbaut.
Ein Tanz aus Täuschung und Gegentäuschung
The Agency dreht sich in seiner zweiten Staffel weiter um CIA-Operativ Martian, gespielt von Michael Fassbender, der ein Doppelleben führt. Hassan gerät in dieses Netz aus Überwachung und Manipulation, ist dabei aber kein passives Opfer. Tafreshi betont, dass Hassan das Spiel kennt und zurückspielt.
In den Szenen mit Saura Lightfoot-Leon, die eine Figur spielt, die Hassan gezielt umgarnt, entstand laut Tafreshi eine Art choreografiertes Duell. 'Es war ein Tanz, definitiv ein Tanz zwischen den Charakteren', sagt er. Hassan wägt in jedem Moment ab, wie viel er preisgeben darf und wie weit er die andere Person treiben kann.
Welche Seite in diesem Spiel die Oberhand behält, will Tafreshi nicht verraten. Er verspricht aber, dass das Publikum im Verlauf der Staffel sehen wird, wessen Motive wirklich auf die Probe gestellt werden, und dass Hassans Entwicklung überraschen dürfte.
Staffel 2 startet bald bei Paramount+
The Agency basiert auf der französischen Originalserie Le Bureau des Légendes und läuft bei Paramount+. Die zweite Staffel startet am 21. Juni bei dem Streamingdienst. Für das deutschsprachige Publikum wird die Ausstrahlung traditionell ebenfalls über Paramount+ erwartet, ein konkretes DACH-Datum steht noch aus.
Neben Michael Fassbender und Keanush Tafreshi gehört auch Saura Lightfoot-Leon zum Ensemble der zweiten Staffel. Michelle Yeoh ist ebenfalls Teil der Besetzung und sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit rund um die neue Staffel.
Tafreshi hofft, dass das Publikum Hassan am Ende der Staffel mit anderen Augen sieht als zu Beginn. 'Wenn wir diesen Charakter zum ersten Mal treffen, haben wir unsere Annahmen darüber, wer er ist', sagt er. 'Ich hoffe, dass die Menschen am Ende die andere Seite von ihm sehen und sogar Mitgefühl für seine Situation empfinden.'
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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