Wegen Linda Cardellini schauen jetzt viele DTF St. Louis zum zweiten Mal

Eine Schiedsrichterin als emotionaler Kern einer Liebesserie: das hat niemand erwartet. Cardellinis Carol jobbt in einem viel zu großen Trikot als Schiedsrichterin, während sie zwischen den Figuren von Jason Bateman und David Harbour zerrieben wird. Dass ausgerechnet diese Komik-Details die Serie zum Rewatch treiben, überrascht selbst eingefleischte HBO-Fans.
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Carol: Eine Frau voller Widersprüche
DTF St. Louis ist eine siebenteilige Produktion, die bei HBO Max zu sehen ist. Linda Cardellini spielt Carol, eine Frau, die in einem Liebesdreieck mit den Figuren von Jason Bateman und David Harbour steckt und nebenbei als Schiedsrichterin jobbt, um über die Runden zu kommen. Das übergroße Schiedsrichter-Trikot, das sie dabei trägt, sorgt für physische Komik in einer Geschichte, die eigentlich von gescheiterter Ehe und einem schwierigen Sohn handelt.
Cardellini beschreibt, wie sie Carol beim Lesen des Drehbuchs sofort erkannte, und wie die Figur sie dann überraschte. 'By episode three, she's this one person. Then, when it gets to be four or five, you realize she's different than you thought', erklärte sie gegenüber The Hollywood Reporter. Carol wirkt zunächst manipulativ und berechnend, entpuppt sich aber als vielschichtiger als erwartet.
Showrunner Steve, der die Serie entwickelt hat, betont laut Cardellini immer wieder seine Zuneigung zur Figur Carol. Genau diese Fürsorge des Schöpfers für seine Nebenfigur habe ihr die Entscheidung leichtgemacht, die Rolle anzunehmen. Das Liebesdreieck funktioniert laut Cardellini vor allem deshalb, weil Carol als Unbekannte im Dreieck das Geheimnis der Serie trägt.
Schiedsrichterin aus Leidenschaft: Das Training
Für die Rolle absolvierte Cardellini echtes Schiedsrichter-Training. Sie nahm Unterricht bei einem lokalen Umpire, lernte die Handsignale für Strike und den Zählmechanismus in der Hand. 'I learned it's a good way to make cash. You get to be out in the sunshine', sagte sie über die Erfahrung.
Ob sie ein echtes Spiel leiten könnte, bezweifelt Cardellini selbst. Aber das passt zur Figur: Carol ist auch keine besonders gute Schiedsrichterin. Das Training diente weniger der Perfektion als dem Verständnis dafür, wie sich diese Arbeit anfühlt, körperlich und emotional.
Diese Detailgenauigkeit ist typisch für Cardellinis Herangehensweise an Rollen. Die Schauspielerin, die seit Jahrzehnten im Geschäft ist, sucht das Konkrete, das Greifbare, das eine Figur von innen heraus glaubwürdig macht.
Karriere zwischen Komödie und Drama
Cardellinis Weg in die Branche war alles andere als geradlinig. Früh in ihrer Karriere wurde sie für eine Fernsehserie fast zehnmal eingeladen, bekam die Rolle am Ende nicht und erlebte nach eigener Aussage ein herzzerreißendes Jahr. Im Folgejahr erhielt sie die Rolle in Freaks and Geeks, die ihre Karriere grundlegend veränderte.
Seither zieht sich ein roter Faden durch ihre Arbeit: Serien wie Freaks and Geeks, Dead to Me und nun DTF St. Louis bewegen sich alle an der Grenze zwischen Komödie und Drama. 'I never really thought about it like that', sagte Cardellini dazu. Sie führt es auf die Showrunner zurück, die eine klare Vision hatten, und darauf, dass genau diese Menschen sie ausgewählt haben.
Auf der Straße wird sie am häufigsten auf Scooby-Doo angesprochen. Der Film war beim Erscheinen kein kritischer Erfolg, aber die Kinder von damals sind heute Erwachsene, die ihn unzählige Male gesehen haben. 'That's one that I have noticed, as years have gone on, I've gotten more and more and more', sagte sie gegenüber The Hollywood Reporter.
Horror als neues Terrain
Cardellini hat die Dreharbeiten zur Peacock-Serie Crystal Lake abgeschlossen, einem Prequel zur Freitag-der-13.-Reihe, das von A24 und Schöpfer Brad Caleb Kane entwickelt wurde. Sie spielt darin Pam Voorhees, die Mutter von Jason Voorhees, deren Geschichte im Originalfilm erst im letzten Akt enthüllt wird. Die Idee, diese Frau von Grund auf zu entwickeln, reizte Cardellini gerade wegen der wenigen Minuten Screentime, die die Figur im Original hat.
Parallel dazu dreht sie aktuell an einem neuen Film von Bill Hader, dessen Inhalt noch nicht öffentlich bekannt ist. Zuvor hatte sie bereits bei La Llorona mitgespielt, einem Horrorfilm, der in den siebziger Jahren in Los Angeles spielt und die Geschichte einer Mutter zeigt, die ihre Kinder schützen will.
Das Genre war für Cardellini lange kein Thema. Jetzt zieht es sie an, weil sie dort Rollen für Frauen findet, die sie anderswo nicht sieht. Ihr Auswahlkriterium ist dabei schlicht: Was habe ich noch nicht gemacht? Crystal Lake und Pam Voorhees waren eine klare Antwort auf diese Frage.
Fortsetzung? Nur als DTF Omaha
DTF St. Louis war als abgeschlossene Miniserie konzipiert, wurde aber zu einem unerwarteten Erfolg. Cardellini schließt eine Fortsetzung nicht aus, sieht aber eine klare Bedingung: Die St.-Louis-Geschichte ist erzählt. 'It'd have to be DTF Omaha', sagte sie mit einem Augenzwinkern.
Ob Showrunner Steve für eine neue Iteration bereitstünde, ließ Cardellini offen. Sie beschrieb es als 'wonderful' zu sehen, was er mit dem Format anstellen würde. Die Frage bleibt damit im Raum, ohne dass eine konkrete Planung bekannt ist.
Cardellini blickt auf eine Karriere zurück, die sie selbst als unerwartet lebendig beschreibt. 'The idea that I've been able to do this for many decades, and things are really fun right now? I'm especially grateful for that', sagte sie. Mit Crystal Lake, dem Hader-Film und dem Erfolg von DTF St. Louis dürfte diese Phase noch eine Weile andauern.
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Artikel geschrieben von:

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.
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