Warum in Euphoria 'Schwein' schlimmer ist als das N-Wort

·20.04.2026·2 Min
Bild: HBO · TMDB

Eine Beleidigung spaltet die Euphoria-Fanbase tiefer als jede zuvor. In Staffel 3 reagiert Strip-Club-Mogul Alamo (Adewale Akinnuoye-Agbaje) empfindlicher auf 'Schwein' als auf das N-Wort, während er Rue (Zendaya) aus ihrer Schuldknechtschaft rettet. Showrunner Sam Levinson nutzt die Szene, um historische Traumata und Machtverhältnisse zu dekonstruieren.

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Alamos Rettung und brutale Methoden

Alamo ist ein Strip-Club-Mogul, der Rue aus ihrer Schuldknechtschaft bei Laurie befreit. Doch bevor er ihr hilft, setzt er sie einer lebensgefährlichen Probe aus: Er platziert einen Apfel auf ihrem Kopf und schießt mit einer Waffe darauf.

Die Konfrontation zwischen Alamos und Lauries Crew eskaliert schnell. Einer von Lauries Handlangern nennt Alamo das N-Wort, was ihn verärgert, doch erst als Laurie ihn als 'Schwein' bezeichnet, wird er wirklich wütend. Am Ende der zweiten Episode entdecken Laurie und ihre Crew ein massives lebendes Schwein in ihrem Zuhause.

Trauer um Angus Cloud

Sam Levinson verarbeitet in der dritten Staffel den tragischen Verlust von Angus Cloud. Der Showrunner erklärt, dass er viel Zeit investiert habe, um sicherzustellen, dass Cloud gesund blieb, und dass er nach dessen Tod sehr wütend gewesen sei. Cloud war einer von 70.000 Menschen, die in jenem Jahr an einer Fentanyl-Überdosis starben.

Die Staffel wurde in vielerlei Hinsicht zu einer Hommage an Angus und einer Erkundung der größeren Bedeutung des Lebens. Levinson nutzt die Serie, um existenzielle Fragen zu stellen und dem verstorbenen Schauspieler zu gedenken.

Western-Ikonen als Inspiration für Alamo

Adewale Akinnuoye-Agbaje beschreibt Alamo als Sam Levinsons kreative Vision, inspiriert von der Western-Ikonografie Sergio Leones und Charakteren aus ikonischen Filmen. Als Vorbilder dienten Schauspieler wie Jim Brown, Eli Wallach und Woody Strode.

Der Darsteller betrieb umfangreiche Recherchen zur Cowboy-Kultur, einschließlich der Herkunft des Begriffs nach der Sklaverei. Versklavte Menschen wurden als 'Boy' bezeichnet, und wenn sie Kühe hüteten, nannte man sie 'Cowboys'. Diese historische Dimension verleiht Alamo zusätzliche Tiefe.

Rues Weg zwischen zwei Welten

Die Beziehung zwischen Alamo und Rue ist ein schöner Tanz zwischen verschiedenen Generationen. Alamo ist in vielerlei Hinsicht ein Traditionalist, eine Art Cowboy-Philosoph, der rücksichtslos sein Imperium auf Strip-Clubs aufgebaut hat.

Sam Levinson erklärt, dass Alamo in Rues Augen einen besseren Weg nach vorne darstellt als Lauries Welt. Lauries Welt ist dunkel und schmutzig, verbunden mit Rues Vergangenheit und ihren Schulden. Alamo hingegen repräsentiert für sie Freiheit und einen Neuanfang.

Die Psychologie hinter der Beleidigung

Levinson fand es interessant, mit den rassischen Dynamiken zwischen den beiden Crews zu spielen. Es gibt eine eingebaute Feindseligkeit zwischen ihnen, und der Schwein-Kommentar erschien ihm als faszinierender Einstiegspunkt in die Psychologie dieses Mannes.

Adewale Akinnuoye-Agbaje betont, dass für einen Mann, der sich nach der Sklaverei aus eigener Kraft hochgearbeitet hat und sich als Kaiser seines Imperiums betrachtet, die Beleidigung 'Schwein' schwerer wiegt als das N-Wort. Im Verlauf der Staffel wird tiefer beleuchtet, was Alamo zu dem gemacht hat, der er heute ist.

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Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 20.04.2026, 07:18 Uhr

Artikel geschrieben von:

Laura Klein
Autor
Laura Klein
Sci-Fi & FantasyMysteryKomödien-Serien

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.

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