Warum gerade alle über ONE PIECE und Universal reden
Seit 2007 produziert Japan One-Piece-Bühnenproduktionen, Hollywood brauchte fast zwei Jahrzehnte länger. Jetzt holt Universal Studios Hollywood die Strohhut-Crew mit der Grand Pirate Show ab dem 23. April erstmals auf seine Bühne. Dass der Anstoß dazu eine simple Fan-Fest-Nacht war, macht den Sprung umso bemerkenswerter.
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Vom Fan-Fest zur Bühnenproduktion
One Piece gehörte bereits im ersten Jahr der Fan Fest Nights zu den zentralen Anime-Erlebnissen in Universal Studios Hollywood. Die überwältigende Resonanz des Publikums machte schnell deutlich, dass das Potenzial der Marke weit über einzelne Attraktionen hinausgeht.
Stephen Siercks, der als Hauptproduzent die kreative Leitung der Show übernommen hat, beschreibt den Schritt als logische Konsequenz: Der Erfolg habe gezeigt, dass mehr Geschichten erzählt werden können und das in größerem Rahmen. Genau das führte zur Entscheidung, One Piece in eine vollwertige Bühnenproduktion zu überführen.
Ian Katz, der auf Seiten des Parks maßgeblich an der Konzeption beteiligt ist, betont, wie wichtig die langjährige Erfahrung der japanischen Partnerseite dabei war. Universal Studios Japan produziert One Piece-Bühnenshow seit dem Jahr 2007, manche davon mit einer Laufzeit von bis zu 90 Minuten.
Midori Island als Schauplatz
Die Grand Pirate Show versetzt das Publikum direkt in die Welt der Strohhut-Bande. Luffy, Zoro, Nami, Usopp, Sanji und Chopper stehen im Mittelpunkt, während die Marines als Antagonisten auftreten. Die Gruppe sucht nach sogenannten Pop Greens, also Samen mit sofortiger Wachstums- und Angriffsfähigkeit.
Der gewählte Schauplatz heißt Midori Island und wurde eigens für diese Produktion entwickelt. Der Name verweist auf das japanische Wort für Grün und passt damit thematisch zur Suche nach den pflanzlichen Waffen der Geschichte.
Todd Meadows, der als leitender Produzent fungiert, reiste gemeinsam mit Stephen Siercks nach Japan, um die dortigen Bühnenproduktionen live zu erleben. Diese direkte Auseinandersetzung mit dem Original floss unmittelbar in die Konzeption der Hollywood-Version ein.
Stunts, Feuer und Publikumsbeteiligung
Die Grand Pirate Show setzt auf ein breites Spektrum an Showeffekten. Stunt-Choreografien, Kampfszenen, Spezialeffekte, Wasserfahrzeuge und Pyrotechnik bilden das Rückgrat der Inszenierung. Hinzu kommt eine starke Einbindung des Publikums, das aktiv in das Geschehen hineingezogen wird.
Bei einer Laufzeit von rund 20 Minuten ist die Show deutlich kompakter als die japanischen Vorbilder, die teils 90 Minuten dauern. Der Fokus liegt auf Intensität und Dichte statt auf epischer Breite, was dem Eventformat der Fan Fest Nights entspricht.
Das kreative Team orientierte sich bewusst an den Stärken des Formats: Was auf einer Bühne mit Live-Publikum funktioniert, ist nicht dasselbe wie eine Anime-Episode. Stunts und direkte Interaktion schaffen ein Erlebnis, das der Bildschirm nicht ersetzen kann.
Japanische Partnerschaft als Fundament
Universal Studios Japan ist seit Jahren ein enger Partner von Universal Studios Hollywood im Bereich Anime-Erlebnisse. Bereits 2025 arbeiteten beide Parks bei den Anime-Erfahrungen zusammen, darunter ein Erlebnis rund um Jujutsu Kaisen.
Für die One Piece-Bühnenshow war die japanische Expertise besonders wertvoll, da USJ seit fast zwei Jahrzehnten Erfahrung mit dem Format gesammelt hat. Das Team aus Hollywood konnte auf dieses Wissen zurückgreifen und es für ein amerikanisches Publikum adaptieren.
Eiichiro Oda, der Schöpfer von One Piece, hat mit seiner Vorlage eine Welt geschaffen, die sich offenbar besonders gut für Live-Formate eignet. Die Kombination aus Abenteuer, Humor und spektakulären Kämpfen lässt sich auf der Bühne unmittelbar erlebbar machen.
One Piece wächst weiter
Die Bühnenshow in Hollywood ist Teil einer breiteren Expansion des One Piece-Universums. Netflix arbeitet parallel an einer dritten Staffel der Realverfilmung sowie an einer Anime-Serie in Zusammenarbeit mit WIT Studio. Zusätzlich wurde ein Lego-Sonderformat angekündigt.
Die Fan Fest Nights in Universal Studios Hollywood bieten die Grand Pirate Show an ausgewählten Abenden zwischen dem 23. April und dem 16. Mai 2026. Das Event richtet sich gezielt an ein Anime-Publikum, das in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist.
Für den Park ist One Piece damit zu einer tragenden Säule der Anime-Strategie geworden. Was als einzelne Attraktion begann, hat sich zu einer vollwertigen Bühnenproduktion entwickelt, und das Potenzial für weitere Ausbaustufen scheint noch längst nicht ausgeschöpft.
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Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
Alle Artikel von LeaLea hat 2 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.
