Warum das Staffel-13-Finale von Chicago P.D. so kompromisslos ausgefallen ist
Shari ist lebendig, frei und trotzdem verloren. Hinter dem vermeintlich erlösenden Ende des Staffel-13-Finales von Chicago P.D. steckt ein Geständnis, ein Suizidversuch und Voights dunkelste Entscheidung der Staffel. Dass ausgerechnet die Erfüllung von Imanis größtem Wunsch zur härtesten Szene der Serie wird, hat niemand erwartet.
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Sharis Rückkehr endet in Tragödie
Das Herzstück des Finales ist die Wiedervereinigung von Officer Eva Imani, gespielt von Arienne Mandi, mit ihrer Schwester Shari, die von Selin Çuhadaroğlu verkörpert wird. Shari wurde als Sechsjährige entführt und ist seitdem verschwunden gewesen. Die Suche nach ihr hat Imanis gesamtes Leben geprägt und ihr als Polizistin erst einen Sinn gegeben.
Doch die Wiedervereinigung bringt keine Erlösung. Shari gesteht, hinter dem Mord an einer Freundin zu stecken, und kurz darauf entdeckt Imani ihre Schwester mit aufgeschnittenen Handgelenken. Die Folge endet damit, dass Shari stabil ist und sich erholt, doch der emotionale Schaden für Imani ist kaum zu ermessen.
Showrunnerin Gwen Sigan betont, dass diese Wendung von Anfang an so geplant war: Man habe Imani immer das geben wollen, wonach sie gesucht hat, aber auf eine Art, die nicht dem entsprach, was sie sich erhofft oder erwartet hatte.
Voight handelt auf eigene Faust
Parallel zu Imanis persönlichem Drama spielt Jason Beghe als Sergeant Hank Voight (Jason Beghe) eine entscheidende Rolle. Voight findet den Entführer Kirby und sorgt dafür, dass dieser niemandem mehr schaden kann. Wie genau er das tut, bleibt bewusst im Dunkeln.
Diese Szene ist typisch für Voights Figur: Er operiert in einer moralischen Grauzone, die die Serie seit Jahren auszeichnet. Beghe spielt diese Ambivalenz mit gewohnter Intensität, ohne dass die Handlung eine eindeutige Bewertung liefert.
Laut Sigan war es der Autorinnen und Autoren wichtig, beide Wahrheiten gleichzeitig gelten zu lassen. Voights Tat und Imanis Schmerz stehen nebeneinander, ohne dass eine die andere auflöst oder relativiert.
Mandi über Imanis innere Zerrissenheit
Arienne Mandi beschreibt die emotionale Reise ihrer Figur als außergewöhnlich komplex. Die Suche nach Shari sei Imanis Lebensinhalt der letzten 22 Jahre gewesen, und das Finale nehme ihr diesen Antrieb auf eine Weise, die keine einfache Antwort zulässt.
Mandi hebt hervor, dass Imani und Shari zum Ende der Folge hin eine neue Stärke füreinander entwickeln, auch wenn der Weg dorthin durch tiefsten Schmerz führt. Das sei keine Auflösung im klassischen Sinne, sondern ein Neuanfang unter schwierigsten Bedingungen.
Die Darstellerin arbeitete eng mit Selin Çuhadaroğlu zusammen, um die komplizierte Dynamik zwischen den Schwestern glaubwürdig zu gestalten. Çuhadaroğlu verleiht Shari eine Verletzlichkeit, die erklärt, warum Imani trotz allem nicht loslassen kann.
Staffel 14: Alle Optionen offen
Was aus Imani in einer möglichen weiteren Staffel wird, ist noch nicht entschieden. Gwen Sigan erklärt, dass beide Möglichkeiten auf dem Tisch liegen und das Autorenteam sich in einigen Wochen zusammensetzen werde, um diese Fragen zu beantworten.
Auch die übrigen Figuren des Ensembles, darunter die von Miranda Rae Mayo und Taylor Kinney gespielten Charaktere, dürften in den Planungen eine Rolle spielen. Das Finale lässt bewusst mehrere Erzählstränge offen.
Fans in Deutschland können die Serie bei RTL+ verfolgen und müssen sich auf die Ankündigungen zur Fortsetzung gedulden. Ein konkretes Datum für eine mögliche vierzehnte Staffel steht noch aus.
Trauer um Matt Dinerstein
Abseits der Handlung trauert das Team um Matt Dinerstein, der als Set-Fotograf für die Chicago-Serien sowie für andere Produktionen wie The Bear tätig war. Dinerstein starb im Alter von 69 Jahren.
Sein Werk begleitete nicht nur Chicago P.D., sondern das gesamte One-Chicago-Universum, zu dem auch Med und Fire gehören. S. Epatha Merkerson und Oliver Platt, die in Med zu sehen sind, gehören ebenfalls zum erweiterten Ensemble dieser Produktionswelt.
Dinersteins Bilder dokumentierten über Jahre hinweg den Alltag hinter den Kulissen und gaben Fans einen seltenen Blick auf die Entstehung dieser Serien. Sein Verlust hinterlässt eine spürbare Lücke im Team.
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Kein Happy End: Chicago P.D. schickt Imani in eine brutale Wendung
Imanis Familien-Traum endet mit einem Schuss auf sie selbst. Arienne Mandi spielt die Detektivin in Chicago P.D., das bei RTL+ läuft, und Serienchefin Gwen Sigan erklären die brutale Wendung. Dass ausgerechnet Shari abdrückt, verändert alles für Imanis Zukunft in der Intelligence-Einheit.

Ruzek verliert alles, was sein Vater versteckte
Ruzek verliert seine Erinnerungen und reißt die ganze Intelligence Unit mit. In der Folge 'Going Back', ausgestrahlt am 29. April, untersucht Patrick John Flueger als Ruzek eine VHS-Kassette aus dem Nachlass seines Vaters. Die Episode knüpft direkt an die Vater-Sohn-Geschichte aus Staffel 12 an und trifft Fans damit an einer wunden Stelle.

Chicago P.D.: LaRoyce Hawkins über 14 Staffeln Atwater
Seit 2014 ist LaRoyce Hawkins als Officer Kevin Atwater fester Bestandteil des 21. Distrikts in Chicago P.D. Nach 13 abgeschlossenen Staffeln und einer bereits bestätigten 14. Staffel blickt der Schauspieler auf das zurück, was ihn an seiner Rolle bis heute am tiefsten berührt. Im Interview spricht Hawkins offen über Vermächtnis, Repräsentation und die Bedeutung seiner Figur für ein junges Publikum.
Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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