Warum Criminal Record selbst Skeptiker bei Apple TV+ überzeugt

100 Tage in den Charts: Criminal Record verändert, was Apple TV+ kann. Die britische Detektivserie mit Peter Capaldi und Cush Jumbo läuft seit 2024 in zwei Staffeln auf der Plattform. Beide Staffeln halten 90% bei Rotten Tomatoes, was selbst skeptischen Zuschauern kaum Argumente dagegen lässt.
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100 Tage in den Charts
Criminal Record hat sich still und leise zu einem der beständigsten Titel auf Apple TV entwickelt. Mehr als 100 Tage verbrachte die Serie in den heimischen Streaming-Charts der Plattform, ohne großes Aufsehen zu erregen. Das ist ein Wert, den viele lautstark beworbene Produktionen nie erreichen.
Die Serie startete 2024 mit einer ersten Staffel aus acht Folgen und kehrte Anfang 2026 mit einer ebenso umfangreichen zweiten Staffel zurück. Die laufende zweite Staffel findet ihr Finale am 10. Juni 2026. Beide Staffeln wurden von Kritikern und Publikum gleichermaßen gelobt.
Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes erzielte Criminal Record für beide Staffeln jeweils 90 Prozent. Das Kritikerkonsens zur ersten Staffel beschreibt die Serie als ein Rätsel, das sich mit jeder Folge faszinierender entfaltet.
Peter Capaldi als gereizter Ermittler
Im Mittelpunkt der Serie steht Peter Capaldi als Detective Inspector Andrew Brooke, ein abgebrühter Ermittler, der durch eine jüngere Kollegin aus seiner Komfortzone gedrängt wird. Cush Jumbo spielt diese Gegenspielerin, die Brookes Weltbild und seine Methoden in Frage stellt. Zwischen den beiden entbrennt ein Tauziehen um eine historische Mordverurteilung.
Capaldi ist dem Fernsehpublikum vor allem aus zwei Rollen bekannt. Als Malcolm Tucker in der politischen Satire 'The Thick of It' verkörperte er einen zutiefst zynischen Regierungsstrategen mit legendär scharfer Zunge. Später übernahm er als zwölfter Doktor in 'Doctor Who' eine der ikonischsten Figuren der britischen Fernsehgeschichte.
In Criminal Record zeigt Capaldi eine neue Facette: Detective Brooke ist kein Held im klassischen Sinne. Sein Kollege DS Tony Gilfoyle sowie weitere Figuren wie Clive Silcox und Charlie Creed-Miles formen ein Ensemble, das die moralischen Graubereiche britischer Polizeiarbeit ausleuchtet.
Mehr als ein Krimi
Criminal Record ist kein gemütlicher Wohnzimmerkrimi. Die Serie zielt bewusst darauf ab, stärkere Emotionen auszulösen, als es klassische Detektivgeschichten je könnten. Wer eine Folge beendet, ist oft verwirrter und aufgewühlter als zuvor, und genau das macht die Serie so unwiderstehlich.
Im Kern dreht sich die Handlung um einen alten Mordfall und die Frage, ob die damalige Verurteilung rechtens war. Dabei verhandelt die Serie Themen wie institutionelles Versagen, Rassismus und die Suche nach Verständigung in einem tief gespaltenen Großbritannien. Das ist weit entfernt von Poirot und Konsorten.
Die Figuren Dwight Manfredi und Mike McLusky tauchen in diesem Geflecht aus alten Loyalitäten und neuen Enthüllungen auf und verdeutlichen, wie viele Interessen auf dem Spiel stehen, wenn eine historische Verurteilung ins Wanken gerät.
Staffel zwei läuft noch
Die zweite Staffel von Criminal Record ist derzeit noch auf Apple TV abrufbar und läuft bis zum 10. Juni 2026. Wer die Serie noch nicht kennt, hat also noch Zeit, beide Staffeln in einem Zug zu schauen. In Deutschland ist Criminal Record über Apple TV sowie den Apple TV Amazon Channel verfügbar.
Die zweite Staffel setzt die Erzählung nahtlos fort und vertieft die Konflikte, die in der ersten Staffel angelegt wurden. Das Format mit je acht Folgen pro Staffel gibt den Figuren genug Raum, um sich zu entwickeln, ohne die Spannung zu verlieren.
Apple TV bereitet sich derweil auf weitere Großproduktionen vor. Noch im Mai 2026 soll die neue Science-Fiction-Serie Star City auf der Plattform starten und zeigt, dass der Streamingdienst weiterhin auf ambitionierte Eigenproduktionen setzt.
Warum die Serie polarisiert
Criminal Record ist keine Serie, die es dem Publikum leicht macht. Die moralischen Fragen, die sie aufwirft, haben keine einfachen Antworten. Wer hat recht: der erfahrene Ermittler Andrew Brooke, der seine Überzeugungen verteidigt, oder seine junge Kontrahentin, die das System herausfordert?
Genau diese Uneindeutigkeit ist es, die die Serie von anderen britischen Krimis abhebt. Sie bietet keine Auflösung im klassischen Sinne, sondern zwingt die Zuschauer, eigene Schlüsse zu ziehen. Das erklärt auch, warum Criminal Record so lange in den Streaming-Charts präsent bleibt: Man spricht darüber.
Mit 90 Prozent auf Rotten Tomatoes für beide Staffeln gehört Criminal Record zu den am besten bewerteten britischen Serien der vergangenen Jahre. Wer anspruchsvolles britisches Fernsehen schätzt, sollte diese Serie nicht verpassen.
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Zu komplex, zu britisch, zu nischig: So lautete das Urteil über Staffel 1. Staffel 2 landet trotzdem auf Platz 5 der weltweiten Apple-TV-Charts, einen Tag nach Premiere. Der London-Thriller von Peter Capaldi und Cush Jumbo hat sein Publikum längst gefunden.

Criminal Record zieht nach zwei Jahren Pause schärfer an
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von EmmaEmma hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.