Vor dem Anpfiff bat James Graham die Spieler: Dear England besser nicht schauen
Werden die Spieler wirklich wegschauen? Dear England startet nächsten Sonntag auf BBC und erzählt das Jahrzehnt des englischen Fußballs nach. Ob Grahams Bitte befolgt wird, bleibt offen, und genau das macht die Serie zum Gesprächsthema noch vor dem ersten Anstoß.
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Graham warnt Spieler vor seiner Serie
James Graham ist klar in seiner Haltung: Die englischen Nationalspieler sollen Dear England nicht sehen, solange die Weltmeisterschaft noch im Blick ist. Er möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass seine fiktive Version der Geschichte die Köpfe der Spieler belastet, während sie auf dem Platz alles geben müssen.
Graham betont, dass die Spieler selbst die eigentlichen Geschichtenerzähler sind. Ihre Geschichte sollte nicht durch seine Interpretation verfärbt werden. Wer die Protagonisten der Serie ist, sind letztlich die Männer, die tatsächlich auf dem Rasen stehen.
Besonders mit Blick auf Gareth Southgate zeigt sich Graham erleichtert: Southgate habe die Serie während der entscheidenden Turniere nicht gesehen, und das sei richtig so. Denn Southgate sei selbst ein Geschichtenerzähler, dessen Erfahrung unverfälscht bleiben sollte.
Southgate und Fiennes: Bemerkenswertes Treffen
Hauptdarsteller Joseph Fiennes, der Gareth Southgate in der Serie verkörpert, traf den echten Southgate kürzlich zum ersten Mal persönlich. Fiennes beschrieb ihn als 'bemerkenswerten Mann und absoluten Gentleman'.
Auch Graham selbst ist ein großer Bewunderer Southgates. Den Serientitel Dear England entlehnte er dem emotionalen offenen Brief, den Southgate kurz nach der Pandemie an die Öffentlichkeit schrieb. Darin sprach Southgate über Zusammenhalt, Identität und die Bedeutung des Nationalteams für das Land.
Graham ist überzeugt, dass Southgate mindestens ebenso viel Anerkennung verdient wie sein Nachfolger Thomas Tuchel, wenn es darum geht, die Mannschaft in den vergangenen Jahren grundlegend zu verändern. Southgates Arbeit ab 2016 legte das Fundament für alles, was danach kam.
Neues Material mit Thomas Tuchel
Die dritte und vierte Episode der Serie enthalten vollständig neues Material, das die Ära von Nationaltrainer Thomas Tuchel beleuchtet. Die Serie wächst damit über den ursprünglichen Rahmen hinaus und folgt der Geschichte so, wie sie sich tatsächlich entwickelt hat.
Graham beschreibt diesen Ansatz als bewusste Entscheidung: Man wolle das Gefühl vermitteln, dass die Geschichte voranschreitet, weil sie das in der Realität auch tut. Die Serie ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein fortlaufendes Porträt.
Tuchels Einfluss auf das Team wird dabei nicht isoliert betrachtet. Graham sieht Southgate und Tuchel als zwei Seiten derselben Entwicklung, die gemeinsam dafür gesorgt haben, dass England wieder ernsthaft um Titel mitspielen kann.
Was Fans aus der Serie mitnehmen
Auch wenn Graham hofft, dass die Spieler die Serie zunächst meiden, richtet er sie klar ans Publikum. Wer versteht, wie Graham die Leben dieser jungen Männer fiktiv aufbereitet hat und welchen außergewöhnlichen Druck sie täglich tragen, wird das Team mit anderen Augen sehen.
Die Serie soll Empathie erzeugen, keine Ablenkung. Für die Fans bietet Dear England einen seltenen Blick hinter die Kulissen einer Nationalmannschaft, die in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Wandlung durchgemacht hat.
Left Bank Pictures, bekannt als Produktionsfirma hinter The Crown, zeichnet für die aufwendige Produktion verantwortlich. Das zeigt sich in der Qualität der Inszenierung und der Tiefe, mit der die Charaktere gezeichnet werden.
Start und Verfügbarkeit in Deutschland
Dear England startet nächsten Sonntag und ist in Großbritannien auf BBC und ITV zu sehen. Für Zuschauerinnen und Zuschauer im deutschsprachigen Raum ist noch kein offizieller Starttermin bestätigt.
BBC-Produktionen dieser Größenordnung erscheinen in der DACH-Region erfahrungsgemäß bei Sky oder in der ARD-Mediathek. Eine Ankündigung für Deutschland, Österreich und die Schweiz wird in den kommenden Wochen erwartet.
Wer die Serie verfolgen möchte, sollte die Ankündigungen der gängigen Streaming-Anbieter im Blick behalten. Angesichts des hochkarätigen Produktionshintergrunds und der aktuellen Fußball-Begeisterung dürfte das Interesse auch hierzulande groß sein.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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