Universitäten buchen Laverne Cox nicht mehr, seitdem Trump DEI abgebaut hat

Ausgerechnet Universitäten ließen Laverne Cox fallen. Die Orange Is the New Black-Darstellerin galt jahrelang als gefragte Rednerin auf Campussen weltweit. Dass ausgerechnet Bildungseinrichtungen vor politischem Druck einknicken, hätte sie selbst nicht erwartet.
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Finanzielle Verluste durch Trump-Politik
Laverne Cox hat im vergangenen Jahr erhebliche Einkommensverluste erlitten, weil Konzerne nach Trumps systematischem Abbau von Diversity-, Equity- und Inclusion-Programmen Abstand von ihr halten. Im Interview mit dem Magazin Attitude sagte sie: 'Ich habe wegen dieser Regierung im vergangenen Jahr so viel Geld verloren.' Schauspielaufträge und Markenkampagnen liefen noch weiter, doch ein wichtiger Einkommensstrang brach weg.
Besonders schmerzhaft ist der Wegfall von Vortragsauftritten an Universitäten. 'Ich hätte nie gedacht, dass Hochschulauftritte versiegen würden', erklärte Cox. Genau diese Engagements hatten ihr nach dem Ende von Orange Is the New Black ein stabiles Standbein gesichert.
Die Situation zwingt sie nun dazu, Rücklagen anzutasten. Cox beschrieb es mit einer bittersüßen Note: Es sei zwar ein Privileg, überhaupt einen Rentenfonds zu besitzen, aber man greife eben nicht gerne auf ihn zurück.
Von Schulden zum Durchbruch mit 40
Als Cox 2013 ihre Rolle in Orange Is the New Black bei Netflix ergatterte, war sie 40 Jahre alt, steckte in Studienschulden und besaß weder Ersparnisse noch eine Altersvorsorge. Die Serie lief bis 2019 und verschaffte ihr erstmals finanzielle Stabilität. 'Ich arbeitete wirklich hart daran, aus einem finanziellen Loch herauszukommen', sagte sie.
Gleichzeitig investierte Cox viel Energie in Vorträge quer durch die USA, um trans Menschen sichtbar zu machen und ihre Geschichten in die Gesellschaft zu tragen. Dieser Aktivismus war für sie kein Nebenprojekt, sondern ein zentrales Anliegen. Dass genau dieses Engagement nun unter politischem Druck zusammenbricht, trifft sie doppelt.
Beim Start von Orange Is the New Black war ihr der spätere Erfolg keineswegs sicher. 'Als Orange 2013 herauskam, wusste ich nicht, wie lange dieser Moment anhalten würde', erinnerte sie sich. Dass die Serie sie zur Emmy-nominierten Ikone machen würde, war damals nicht absehbar.
Konzerne scheuen DEI-Verbindungen
Trumps Regierung geht seit Beginn seiner zweiten Amtszeit konsequent gegen alles vor, was nach Diversitätspolitik oder sogenannter Genderideologie aussieht. Mehrere Hollywood-Studios und Medienkonzerne, darunter Paramount Global, haben daraufhin ihre eigenen DEI-Initiativen zurückgefahren oder ganz eingestellt.
Cox beschrieb die Lage direkt: 'Diese Regierung bestraft alles, was nach DEI oder Genderideologie riecht, und Unternehmen haben große Angst bekommen.' Eine Black trans Frau als Markenbotschafterin zu buchen, gilt in diesem Klima für viele Konzerne offenbar als zu riskant.
Das Ergebnis ist ein stiller Rückzug der Wirtschaft aus Kooperationen, die noch vor wenigen Jahren als selbstverständlich galten. Für Cox bedeutet das konkret: In den vergangenen ein bis zwei Jahren musste sie auf Ersparnisse zurückgreifen, die sie sich mühsam aufgebaut hatte.
Orange Is the New Black als Fundament
Orange Is the New Black, das Netflix-Drama über das Frauengefängnis Litchfield Penitentiary, war für Cox mehr als ein Karrieresprungbrett. Die Serie machte sie zur ersten offen trans Frau, die für einen Primetime-Emmy nominiert wurde, und gab ihr eine Plattform, die weit über die Unterhaltungsbranche hinausreichte.
Die sechs Staffeln bis 2019 verschafften ihr das Kapital, mit dem sie anschließend als Autorin, Rednerin und Aktivistin wirken konnte. Ihr Buch 'The Transcendent' und die Vortragstourneen bauten auf dem Fundament auf, das die Serie gelegt hatte.
Dass ausgerechnet dieses Fundament durch politischen Druck bröckelt, ist die eigentliche Ironie ihrer Lage: Der Erfolg ermöglichte ihr eine Rente, auf die sie jetzt zurückgreifen muss, weil der gesellschaftliche Fortschritt, den sie miterkämpft hatte, politisch zurückgedreht wird.
Ausblick trotz schwieriger Lage
Cox ist dennoch nicht untätig geblieben. Sie hält sich mit Schauspielaufträgen und verbliebenen Markenprojekten über Wasser und gehört zu den Begünstigten des kalifornischen Steuerkreditprogramms für Filmproduktionen, das Projekte mit Will Ferrell und unter Steven Spielbergs Einfluss fördert.
Ihre öffentliche Offenheit über die finanziellen Folgen der Trump-Politik ist bewusst gewählt. Cox will zeigen, dass die politischen Entscheidungen in Washington keine abstrakte Debatte sind, sondern konkrete Konsequenzen für das Leben realer Menschen haben.
Wie lange der Druck auf Unternehmen anhält, die mit marginalisierten Gruppen zusammenarbeiten, ist offen. Cox selbst gibt sich kämpferisch, auch wenn der Preis dafür gerade aus ihrem Rentenfonds bezahlt wird.
Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
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