Titus Welliver spricht in Get Jiro!: und der Cast wächst weiter

·10.06.2026, 19:31 Uhr·3 Min
Titus Welliver spricht in Get Jiro!: und der Cast wächst weiter
Bild: Adult Swim · TMDB

Ausgerechnet Essen rettet die Welt vor der totalen Digitalisierung. In Get Jiro! ist Food die letzte analoge Macht, und Köche schlagen sich dafür gegenseitig tot. Dass Bourdains blutige Graphic Novel nun mit Welliver verfilmt wird, macht das Projekt auf einmal sehr real.

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Dystopisches Los Angeles: Die Prämisse

Get Jiro spielt in einem dystopischen Los Angeles, in dem alle menschlichen Bedürfnisse digital befriedigt werden können. Wer reisen will, setzt eine VR-Brille auf. Wer Sex will, geht online. Nur Essen und Schmecken bleibt analog, und genau deshalb sind Köche zur mächtigsten Berufsgruppe der Stadt aufgestiegen.

Serienschöpfer Alessandro Tanaka, der das Projekt gemeinsam mit Brian Gatewood entwickelt hat, beschrieb die Welt so: 'Everybody's needs are being met digitally, whether it's sex or travel, you can put on goggles and go anywhere, but the one thing you cannot do is eat and taste food, and because of that, chefs have become the most powerful people in Los Angeles.' In diese Welt landet ein geheimnisvoller japanischer Sushi-Koch namens Jiro, der die rivalisierenden Fraktionen geschickt gegeneinander ausspielt.

Die zehnteilige Serie basiert auf den Graphic Novels von Anthony Bourdain und Joel Rose, die als New-York-Times-Bestseller erschienen und ursprünglich beim Verlag DC/Vertigo herauskamen. Die Zeichnungen stammen von Langdon Foss und Alé Garza.

Sprecher-Ensemble rund um Welliver

Titus Welliver, bekannt als Titelcharakter der Krimiserie Bosch, übernimmt eine Sprecherrolle in Get Jiro. An seiner Seite sind Alison Pill, die durch Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt bekannt wurde, sowie Justin Kirk aus der Serie Weeds. Brian Tee, der aus Chicago Med vertraut ist, war bereits zuvor als Teil der Besetzung angekündigt worden.

Tanaka stellte die Neuigkeiten im Rahmen des SXSW London vor. Die Kombination aus Welliver, Pill und Kirk verspricht stimmliche Bandbreite für eine Serie, in der laut Tanaka 'a lot of food, mayhem and violence happens', also viel Essen, Chaos und Gewalt auf das Publikum warten.

Kurosawa als Blaupause

Die cineastischen Einflüsse der Serie sind bewusst gewählt. Tanaka nannte Akira Kurosawas Klassiker Yojimbo als wichtige Referenz: 'Kurosawa was a big part of the comic, it feels a lot like Yojimbo.' Das Bild des einsamen Fremden, der verfeindete Lager gegeneinander ausspielt, ohne selbst Partei zu ergreifen, zieht sich durch die gesamte Handlung.

Bourdain selbst war ein leidenschaftlicher Cineast, und Tanaka sowie Gatewood teilen diese Leidenschaft. 'We wanted to make sure that every episode had a very cinematic flair', sagte Tanaka. Jede der zehn Folgen soll demnach einen eigenen visuellen und dramaturgischen Charakter besitzen.

Neue Figuren und ein Kannibale

Zwei Graphic Novels als Vorlage reichen für zehn Serienfolgen nicht aus, weshalb das Team die Geschichte erweitern musste. Neben vertieften Charakterzeichnungen für bestehende Figuren wurden auch komplett neue Rollen erfunden. Die auffälligste Neuschöpfung ist ein namenloser Schurke, den Tanaka schlicht als 'den Kannibalen' bezeichnet.

'We had to expand on what was already there, which includes creating a couple of new characters, some extra storylines. There's one new villain, and we'll just refer to him as the cannibal, that hopefully people will enjoy', erklärte Tanaka. Der Fokus lag dennoch darauf, die bekannten Figuren aus den Vorlagen plastischer zu machen, statt die Serie mit Neuerfindungen zu überladen.

Bourdains Erbe und kulinarische Genauigkeit

Anthony Bourdain, der 2018 starb, bleibt eine prägende kulturelle Figur. Im August 2026 kommt zudem das A24-Biopic Tony über sein Leben in die Kinos. Tanaka spürte den Erwartungsdruck, betonte aber: 'There was pressure going in because Bourdain's presence looms very strongly over this, but I think he would be very happy with what we did, and I think we did right by him.'

Um dem kulinarischen Anspruch Bourdains gerecht zu werden, zog das Team Matt Goulding hinzu, einen engen Freund und früheren Mitarbeiter Bourdains. Goulding las jedes Drehbuch, prüfte jedes Animatic und sah jede fertige Episode, bevor sie abgenommen wurde. 'We really needed to make sure, obviously, that we got the food right', so Tanaka.

Bourdains Kernbotschaft, dass Essen Menschen verbindet, bleibt auch in der Serie der rote Faden. 'Bourdain's whole mantra was just food brings us together, and then there's a lot of blood and violence in between, but ultimately that's the takeaway', fasste Tanaka zusammen. Get Jiro ist damit zugleich Hommage und eigenwillige Weiterführung seines Werks.

Quelle: Adult SwimZuletzt aktualisiert: 10.06.2026, 19:31 Uhr

Artikel geschrieben von:

Emma Mueller
Autor
Emma Mueller
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Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.

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