Stargate-Serie abgesetzt: Was hinter Amazons überraschendem Rückzieher steckt

Serienbestellung im November, Absage im Frühjahr: Amazon dreht eine Kehrtwende bei Stargate. Studio-Verantwortliche zweifelten daran, dass die Serie über die bestehende Fangemeinde hinaus neue Zuschauer erreichen würde. Das Franchise lebt zwar weiter, doch diese Version ist endgültig tot.
Artikel-Inhalt
Absage trotz frischer Serienbestellung
Im November 2025 erteilte Amazon Prime Video grünes Licht für eine neue Stargate-Serie. Showrunner sollte Martin Gero werden, der bereits bei Stargate: Atlantis, Stargate SG-1 und Stargate Universe als Autor und Produzent tätig war. Wenige Monate später ist das Projekt wieder vom Tisch.
Studio-Verantwortliche bei Amazon hegten laut Variety Bedenken, dass die Serie nur ein Nischenpublikum aus langjährigen Franchise-Fans ansprechen würde. Breite Zugkraft für neue Zuschauer sahen sie offenbar nicht. Diese Einschätzung besiegelte das Ende des Projekts.
Für die Stargate-Gemeinde ist die Nachricht schmerzhaft. Jahrelang hatten Fans auf eine Wiederbelebung gehofft, und der Serienauftrag im vergangenen Jahr schien endlich der entscheidende Schritt zu sein.
Ein Stargate-Traumteam ohne Chance
Hinter dem Projekt steckte ein beeindruckendes Aufgebot an Franchise-Kennern. Roland Emmerich, Regisseur des originalen Stargate-Films von 1994, war als ausführender Produzent dabei. Ebenso Dean Devlin, der das Drehbuch zum Film gemeinsam mit Emmerich geschrieben hatte.
Joby Harold und Tory Tunnell von Safehouse Pictures gehörten ebenfalls zum Produzenten-Team. Als beratende Produzenten waren Brad Wright und Joe Mallozzi verpflichtet worden, zwei Veteranen, die das Stargate-Universum über viele Jahre mitgeprägt haben.
Gero selbst hätte nicht nur als Showrunner fungiert, sondern auch als Autor und ausführender Produzent. Die kreative Kontrolle lag damit in Händen von Menschen, die die DNA der Franchise in- und auswendig kennen.
Weg vom MGM-Kauf zum Abbruch
Die Ursprünge des Projekts reichen bis ins Jahr 2022 zurück. Damals übernahm Amazon MGM Studios, zu dessen Bibliothek auch die gesamte Stargate-Franchise gehört. Kurz nach der Übernahme begannen Gespräche über eine mögliche Serienadaption.
Drei Jahre lang entwickelte das Team das Konzept, bevor Amazon im November 2025 formal grünes Licht gab. Dass dieser Auftrag nun so schnell wieder kassiert wird, zeigt, wie unberechenbar der Weg von der Idee zur Produktion selbst bei etablierten Marken sein kann.
Amazons MGM-Akquisition sollte dem Konzern Zugang zu starken Franchises sichern. Stargate galt dabei als eines der vielversprechendsten Projekte. Dieses Versprechen hat sich vorerst nicht eingelöst.
Franchise-Zukunft bleibt offen
Amazon hat signalisiert, das Stargate-Universum nicht vollständig aufzugeben. Der Konzern sucht weiterhin nach Wegen, die Marke fortzuführen, nur eben nicht in der Form, die Gero und sein Team entwickelt hatten.
Was das konkret bedeutet, bleibt unklar. Eine andere kreative Richtung, ein anderes Format oder ein anderer Ansatz könnten folgen. Bis dahin steht Stargate ohne aktives Serienprojekt da.
Die bestehenden Serien, darunter Stargate SG-1, Stargate: Atlantis und Stargate Universe, sind über Amazon Prime Video weiterhin abrufbar. Neue Episoden oder Ableger sind derzeit nicht in Sicht.
Was bedeutet das für Fans?
Stargate-Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die über Amazon Prime Video auf die klassischen Serien zugreifen, müssen sich vorerst mit dem bestehenden Archiv begnügen. Eine Fortsetzung der Geschichte in einer neuen Serie ist auf unbestimmte Zeit verschoben.
Die Absage wirft Fragen auf, wie Studios mit etablierten Sci-Fi-Marken umgehen. Stargate hat eine treue, aber vergleichsweise kleine Fangemeinde. Genau das wurde dem Projekt offenbar zum Verhängnis: Amazon setzt auf globale Reichweite, nicht auf Nischentreue.
Ob ein anderer Ansatz die Bedenken der Verantwortlichen zerstreuen kann, bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibt Geros Vision von Stargate das, was sie nie sein sollte: eine Serie, die niemand zu sehen bekommt.
Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von Emma