Star City debütiert bei Apple TV+: Das steckt hinter der Liebesgeschichte

Eine Heldin, die ihren eigenen Triumph nicht frei feiern darf: Das trifft. Apple TV+ zeigt mit Star City, wie Anastasia Belikova nach ihrer Mondmission zur Ehe mit Kosmonaut Sasha Polivanov gezwungen wird. Wer For All Mankind kennt, erwartet politische Spannung, bekommt hier aber auch eine sehr persönliche Geschichte.
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Zwangsehe als Serienauftakt
Star City ist der Ableger von For All Mankind, der alternativen Geschichtsserie, die fragt: Was wäre, wenn Amerika das Weltraumrennen nicht gewonnen hätte? Während das Original die amerikanische Seite beleuchtet, rückt Star City die Sowjetunion in den Mittelpunkt. Zwei Folgen sind bei Apple TV+ bereits abrufbar.
Im Zentrum steht Anastasia Belikova, gespielt von Alice Englert, die erste Frau, die den Mond betreten hat. Weil die Sowjetunion eine unverheiratete Nationalheldin politisch nicht tolerieren kann, wird sie kurzerhand mit dem Kosmonauten Sasha Polivanov, gespielt von Solly McLeod, verheiratet. Sasha selbst beschreibt die Zeit mit seiner Verlobten anfangs als 'Folter'.
Dass diese Prämisse nicht aus der Luft gegriffen ist, betont Serienmitschöpfer Ben Nedivi: Die Geschichte basiert auf realen Ereignissen. 'Die Vorstellung, dass eine unverheiratete Frau ein Held der Sowjetunion sein konnte, war schlicht nicht möglich. Es gab tatsächlich Situationen, in denen Kosmonauten zur Heirat gezwungen wurden', erklärte er.
Sasha zwischen zwei Frauen
Sasha Polivanov bringt eigene Komplikationen mit in diese Ehe: Er führt bereits eine Affäre mit der Frau eines Kollegen, gespielt von Ruby Ashbourne Serkis. Die Figur heißt Tanya, und zwischen ihr und Sasha wächst die Distanz, sobald er offiziell verlobt ist.
Am Ende der zweiten Folge ist die Ehe zwischen Anastasia und Sasha vollzogen. Bis dahin haben die beiden jedoch bereits einen ersten echten Moment miteinander erlebt: Sasha hilft Anastasia, einer Feier zu entkommen, die sie überfordert, und die beiden verbringen den Abend in einem Club. Kleine Risse im Eis.
Nedivi verweist auf Studien zu arrangierten Ehen, die ihn bei der Entwicklung der Figuren geleitet haben. Manche solcher Verbindungen seien langfristig stabiler als Beziehungen, die auf romantischer Verliebtheit gründen. Genau diese Spannung zwischen Pflicht und Zuneigung soll die erste Staffel tragen.
Nedivi lobt seine Hauptdarsteller
Für Nedivi steht fest, dass das Konzept nur funktioniert, weil die Besetzung stimmt. 'Es ist eine Sache, die Idee zu haben, eine wirklich unkonventionelle Liebesgeschichte auf die unkonventionellste Art zu erzählen. Aber dann braucht man die richtigen Schauspieler, um das zu vermitteln', sagte er.
Alice Englert habe die Figur der Anastasia bereits beim Vorsprechen zum Leben erweckt. Nedivi beschreibt sie als 'odd duck', als jemanden, der aus dem Rahmen fällt und genau deshalb fasziniert. Diese Eigenart trage die gesamte erste Staffel.
Solly McLeod als Sasha bildet dazu den Gegenpol: ein Mann, der nach außen hin funktioniert, innerlich aber genauso orientierungslos ist wie Anastasia. Nedivi formuliert es so: Beide Figuren seien auf ihre eigene Weise verloren und hätten ihren Platz im Leben noch nicht gefunden.
Anastasias Reise über acht Folgen
Die erste Staffel von Star City umfasst acht Episoden. Nedivi kündigt an, dass Anastasias Entwicklung von Folge eins bis acht eine der intensivsten Charakterreisen sei, die sein Team je für eine einzelne Staffel konzipiert habe.
Das Drehbuch folgt dem Grundgedanken, dass zwei gegensätzliche Menschen, die beide ihren Platz in der Welt suchen, ihn möglicherweise genau ineinander finden. Nedivi nennt das eine 'einzigartige Gelegenheit' für beide Figuren.
Ob das sowjetische System, das diese Ehe erzwungen hat, am Ende unbeabsichtigt etwas Dauerhaftes geschaffen hat, bleibt die zentrale Frage der Staffel. Star City steht damit in der Tradition von For All Mankind: Geschichte als Spiegel menschlicher Entscheidungen unter Druck.
Star City bei Apple TV+ streamen
Star City ist seit dem Wochenende bei Apple TV+ verfügbar. Die ersten beiden Folgen wurden gleichzeitig veröffentlicht, weitere Episoden folgen wöchentlich.
Die Serie richtet sich an das bestehende Publikum von For All Mankind, funktioniert aber auch als eigenständiges Werk, da sie eine komplett neue Perspektive auf dieselbe Alternativgeschichte einnimmt. Vorwissen ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Mit Alice Englert, Solly McLeod und Ruby Ashbourne Serkis hat die Produktion drei Darsteller gefunden, die das emotionale Gewicht einer Geschichte tragen sollen, die sowohl politisches Drama als auch Liebesgeschichte ist.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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