Gnomes entführt sein Publikum in eine verborgene Welt, die sich direkt vor unseren Augen verbirgt – und doch kaum jemand zu sehen vermag. Dieser animierte Fernsehfilm aus dem Jahr 1980 basiert auf dem gleichnamigen Kultbuch des niederländischen Autors Wil Huygen und des Illustrators Rien Poortvliet, das weltweit Millionen von Lesern in seinen Bann gezogen hat. Mit seiner unverwechselbaren Mischung aus Fantasie und Drama schafft die Produktion eine ganz eigene, atmosphärische Erzählwelt.
Die Geschichte taucht tief in das geheimnisvolle Leben der Gnome ein, jener kleinen, naturverbundenen Wesen, die seit Jahrhunderten im Verborgenen neben den Menschen existieren. Das Setting ist geprägt von üppigen Wäldern, versteckten Behausungen und einer Natur, die sowohl schützend als auch bedrohlich wirken kann. Gnomes erzählt dabei nicht nur von Abenteuern und Begegnungen, sondern widmet sich auch den alltäglichen Ritualen, Traditionen und Herausforderungen, mit denen diese kleinen Wesen konfrontiert werden. Die Handlung entfaltet sich ruhig und bedächtig, was dem Film eine fast dokumentarische Qualität verleiht.
Im Mittelpunkt stehen die Gnome selbst, deren Gemeinschaft, Werte und Beziehungen untereinander detailreich und liebevoll dargestellt werden. Die Charaktere verkörpern Tugenden wie Mitgefühl, Weisheit und den Respekt vor der Natur, was dem Drama eine moralische Tiefe verleiht, die über eine reine Unterhaltungsgeschichte hinausgeht. Die Dynamiken zwischen den Figuren spiegeln universelle menschliche Erfahrungen wider und machen die Welt der Gnome trotz ihrer Andersartigkeit erstaunlich vertraut und nahbar.
Stilistisch orientiert sich Gnomes eng an den detailreichen und warmherzigen Illustrationen der Buchvorlage, was dem Film einen unverkennbaren, malerischen Look verleiht. Die Produktion richtet sich zwar in erster Linie an ein jüngeres Publikum, spricht durch ihre nachdenklichen Themen und ihre sorgfältig ausgearbeitete Welt jedoch auch Erwachsene an. Kein Wunder also, dass Gnomes 1981 für einen Emmy Award als herausragendes Animationsprogramm nominiert wurde – eine Anerkennung, die die besondere Qualität dieses kleinen, aber feinen Werkes bis heute unterstreicht.