Seit Staffel 3 reden Fans wieder über Foundation, und das aus gutem Grund

Foundation hat endlich den Bösewicht, den die Serie immer brauchte. Pilou Asbæk spielt in Staffel 3 auf Apple TV+ den Mentaliker namens der Mule. Ein überzeugender Antagonist verändert alles, und Fans spüren den Unterschied sofort.
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Zwei schwache Staffeln ohne echten Antagonisten
Foundation fehlte in den ersten beiden Staffeln ein zentraler, dauerhafter Gegenspieler. Es gab eine Handvoll Feinde, doch keiner davon verkörperte eine konsistente Bedrohung für die Protagonisten. Das änderte sich erst mit Staffel 3, in der der rätselhafte Mentaliker namens der Mule in den Vordergrund tritt.
Mentaliker sind in Asimovs Universum Telepaten, die fremde Gedanken kontrollieren können. Der Mule ist die mächtigste Variante dieser Fähigkeit und gilt in den Büchern als die einzige Kraft, die den Plan des Psychohistorikers Hari Seldon dauerhaft zerstören könnte. In der Serie deutete das Ende von Staffel 2 seine Ankunft bereits an.
Pilou Asbæk übernahm die Rolle für Staffel 3 und tritt gleich in der Auftaktszene in Erscheinung: Er übernimmt einen gesamten Planeten, ohne einen Finger zu rühren. Diese Szene setzt den Ton für eine Staffel, in der der Mule als unberechenbare, allgegenwärtige Bedrohung fungiert.
Goyer spaltet Bösewicht in zwei Figuren
In Isaac Asimovs Romanreihe ist der Mule keine imposante Kriegerfigur, sondern ein unscheinbarer, dürrer Hofnarr namens Magnifico Giganticus. Die große Enthüllung am Ende des Handlungsbogens besteht darin, dass dieser liebenswürdige Exzentriker in Wirklichkeit der gefürchtete Mule war. Es ist einer der wirkungsvollsten Twists der gesamten Buchreihe.
David S. Goyer entschied sich bewusst dagegen, diesen Twist zu übernehmen. Stattdessen existieren in der Serie beide Figuren parallel: Asbæks Mule als offen einschüchternde Macht und Tómas Lemarquis' Magnifico als eigenständiger Charakter, der dem Mule dient, aber nicht selbst der Mule ist. Goyer opferte damit den Überraschungsmoment zugunsten einer klareren Bedrohungsstruktur.
Der Grund ist pragmatisch: Eine Serie mit vielen Handlungssträngen und einem breiten Ensemble braucht eine Bedrohung, die das Publikum klar greifen kann. Ein versteckter Bösewicht, dessen wahre Identität erst am Ende enthüllt wird, hätte in einem so komplexen Serienformat weniger Wirkung entfaltet als ein Antagonist, der von Beginn an sichtbar und gefährlich ist.
Bayta Darell als neue Mule-Enthüllung
Den Bait-and-Switch-Moment aus den Büchern strich Goyer nicht ersatzlos. Er verlagerte ihn auf eine andere Figur: Synnøve Karlsens Bayta Darell, die in der Serie als harmlose interplanetare Social-Media-Influencerin eingeführt wird, entpuppt sich am Ende als der Mule in Verkleidung.
Das ist eine vollständige Umkehrung der Buchvorlage. Bei Asimov ist Bayta die Figur, die als erste erkennt, dass Magnifico der Mule ist. Sie ist eine der wenigen starken weiblichen Charaktere in Asimovs Werk, und Goyer nutzte genau diese Stärke, um sie zur eigentlichen Schurkin zu machen.
Gegenüber /Film begründete Goyer die Entscheidung so: 'Ich glaube, das Publikum neigt immer noch dazu, weibliche Charaktere zu unterschätzen. Wenn wir an den großen Bösewicht denken, sagen wir uns: Das kann doch nicht diese unscheinbare, scheinbar oberflächliche Social-Media-Influencerin sein.' Genau dieses Vorurteil nutzte Goyer als dramaturgisches Werkzeug.
Asimovs Vorlage und Goyerns Vision
Apple TV+ gab die Serienadaption von Asimovs Foundation-Zyklus aufgrund eines einzigen Satzes grünes Licht, den Goyer als Pitch formulierte. Viele hatten die Romane für nicht verfilmbar gehalten, weil sie weniger auf Charakteren als auf gesellschaftlichen Makroprozessen basieren.
Goyer musste von Beginn an erhebliche Änderungen vornehmen, um die Bücher serienfähig zu machen. Die Aufspaltung des Mule ist dabei kein Einzelfall, sondern Teil einer systematischen Überarbeitung, die den Kern der Geschichte bewahrt, aber ihre Mechanik an das Serienformat anpasst.
Wichtig ist dabei: Asimov selbst versteckte die Identität des Mules nicht besonders sorgfältig. Die Hinweise auf Magnifico als eigentlichen Schurken sind in den Büchern vorhanden, und der Twist funktioniert eher als elegante Bestätigung als als echter Schock. Goyer ersetzte diesen Mechanismus durch einen, der für ein Serienpublikum stärker wirkt.
Staffel 4 kommt ohne Goyer
Staffel 4 von Foundation ist offiziell bestätigt, Goyer wird jedoch nicht mehr als Showrunner dabei sein. Damit verlässt die treibende kreative Kraft hinter der Adaption die Serie zu einem Zeitpunkt, an dem noch viele offene Handlungsstränge existieren.
Goyerns Abgang wirft Fragen auf: Kann die Serie die Balance halten zwischen Treue zur Asimov-Vorlage und den kreativen Freiheiten, die er sich genommen hat? Die Veränderungen am Mule zeigen, dass Goyer ein klares Konzept hatte und bereit war, auch zentrale Romanelemente zu opfern, wenn es dem Serienformat diente.
Für das Publikum auf Apple TV+ bleibt abzuwarten, ob Staffel 4 diesen Ansatz konsequent weiterführt oder ob der Wechsel hinter der Kamera zu einem spürbaren Kurswechsel in der Erzählweise führt.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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