Power Rangers verliert zweiten Streamingpartner in Folge

Kreativ war alles bereit, wirtschaftlich scheiterte es trotzdem. Disney+ und 20th Television entwickelten die Serie über ein Jahr, ohne je die Markenrechte von Hasbro zu besitzen. Wer fremdes IP teuer verfilmt, trägt das volle Risiko ohne den vollen Gegenwert.
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Projekt scheitert an Budgetfragen
Disney+ setzt die Entwicklung einer Realserie zu Power Rangers nicht fort. Das Projekt, das Steinberg und Shotz als ausführende Produzenten und Autoren betreuten, wurde vor etwa eineinhalb Jahren gemeinsam mit dem Produktionsstudio 20th Television aufgesetzt. Es kommt nicht über die Entwicklungsphase hinaus.
Der Grund ist laut übereinstimmenden Berichten weniger ein kreatives Problem als ein wirtschaftliches. Eine hochwertige Superhelden-Realserie dieser Größenordnung erfordert enorme Investitionen. Die Kalkulation wird deutlich schwieriger, wenn weder der Streamingdienst noch das produzierende Studio die Rechte an der Marke besitzen.
Genau das ist hier der Fall: Die Marke Power Rangers gehört Hasbro. Disney+ und 20th Television hätten also erhebliche Summen in eine Produktion gesteckt, an deren geistigem Eigentum sie keinen Anteil halten, was die Erlöslogik grundlegend verändert.
Hasbro sucht weiter nach Partner
Hasbro bemüht sich seit Jahren darum, Power Rangers als Realserie auf den Bildschirm zu bringen. Netflix unternahm vor einigen Jahren einen entsprechenden Anlauf, der ebenfalls nicht zum Abschluss kam. Die Marke wartet damit weiterhin auf eine erfolgreiche Serienadaption im Live-Action-Format.
Für Hasbro bedeutet das Scheitern bei Disney+ einen weiteren Rückschlag in der Bemühung, die Franchise für ein erwachsenes Streaming-Publikum neu zu positionieren. Welcher Anbieter als nächster Interesse zeigt, ist derzeit nicht bekannt.
Steinberg und Shotz bei Percy Jackson
Jonathan E. Steinberg und Dan Shotz sind trotz des Rückschlags gut beschäftigt. Die beiden Showrunner arbeiten derzeit an der dritten Staffel von Percy Jackson and the Olympians, die am 20. November auf Disney+ startet.
Beide sind über einen Gesamtvertrag mit 20th Television verbunden und entwickeln parallel weitere Projekte für das Studio. Das Scheitern der Power Rangers-Serie dürfte ihre Position damit kaum erschüttern.
Disney+ öffnet sich für Fremd-IPs
Der Fall Power Rangers offenbart eine strukturelle Spannung in der Strategie von Disney+. Der Dienst war ursprünglich fast ausschließlich auf eigene Marken aus dem Disney-Konzern ausgerichtet, öffnet sich aber zunehmend für externe Stoffe.
In den vergangenen Monaten sicherte sich Disney+ Entwicklungsvereinbarungen für Serien zu Ella Enchanted und Casper, beides Marken, die nicht zum Kern-Portfolio des Konzerns gehören. Power Rangers scheiterte jedoch genau an der Frage, die bei solchen externen Projekten zentral ist: Wer trägt das finanzielle Risiko, wenn die Rechte woanders liegen?
Die Plattform muss dabei abwägen, wie viel sie in Lizenzen und Produktionskosten investiert, ohne langfristig von einer Marke zu profitieren. Bei Power Rangers fiel diese Abwägung eindeutig negativ aus.
Was bedeutet das für Fans?
Für Power Rangers-Fans bedeutet das Scheitern bei Disney+ eine weitere Enttäuschung. Nach dem gescheiterten Netflix-Versuch ist nun auch der zweite prominente Anlauf einer Realserie am Ende, bevor er begonnen hat.
Hasbro bleibt der Schlüsselspieler: Solange der Spielzeugkonzern keinen Partner findet, der bereit ist, die wirtschaftlichen Bedingungen einer Lizenzproduktion zu akzeptieren, dürfte eine hochwertige Power Rangers-Realserie auf sich warten lassen. Emily Hampshire, die zuletzt für die zweite Staffel von Heated Rivalry verpflichtet wurde, steht exemplarisch dafür, wie viele Projekte im Streaming-Markt um dieselben Talente und Budgets konkurrieren.
Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
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