Monsters of God kippt in Folge 3, warum die Wende zum Schock wird

·21.08.2026, 17:00 Uhr·3 Min
Monsters of God kippt in Folge 3, warum die Wende zum Schock wird
Bild: HBO · TMDB

Folge 3 verändert alles: Aus Tierdoku wird ein Kriminalfall. Die fünfteilige HBO-Serie Monsters of God führt nach zwei Folgen in die Netzwerke um Anson Wong, Mario Tabraue und Tom Crutchfield. Für Zuschauer wird damit klar, dass hier nicht nur Reptilien, sondern auch Gewalt und Macht verhandelt werden.

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Folge 3 kippt alles

Monsters of God zeichnet in fünf Teilen den weltweiten Handel mit Reptilien nach und richtet den Blick besonders auf die Wege in die USA. Der Markt wuchs seit den 1960er Jahren von einer Nische zu einem Geflecht aus legalen und illegalen Geschäften, in dem seltene Tiere enorme Summen bewegen.

Nach den ersten beiden Folgen wechselt die Serie spürbar die Perspektive. Folge 3 rückt die kriminellen Strukturen in den Mittelpunkt und bindet Namen ein, die in diesem Milieu Gewicht haben: Michael Van Nostrand, Tom Crutchfield, Mario Tabraue, Anson Wong und auch Hank Molt.

Gerade diese Verschiebung macht die Reihe mehr als nur zu einer Naturdoku. Sie zeigt, wie eng Sammelleidenschaft, Geschäft und Strafverfolgung miteinander verknüpft sind.

Goode suchte die Gefahr

Die heikelsten Begegnungen entstanden nicht im Verhörraum, sondern im direkten Kontakt. Eric Goode erinnerte sich an eine Autofahrt mit Anson Wong und sagte über das Gespräch, Wong habe beiläufig erwähnt, sein Fahrer sei tot, nachdem er etwas getan habe, das ihm nicht gefiel.

Die Wirkung dieses Moments beschreibt Goode selbst sehr klar. Gegenüber Deadline sagte er: 'Er erwähnte ganz beiläufig, dass jetzt jemand tot sei. Da wurde mir klar: Okay, dieser Typ ist ernst zu nehmen, möglicherweise.'

Auch Mario Tabraue zählt für Goode zu den gefährlichsten Figuren der Serie. Tabraue erhielt einst eine Haftstrafe von 100 Jahren und kam nach einem Deal mit den Behörden früher frei, was seine Aura in der Doku zusätzlich auflädt.

Ein Kindheitsgeschenk als Auslöser

Der Ursprung des Projekts liegt weit vor der Serie selbst. Goode sagt: 'Man sollte aufpassen, was man seinen Kindern schenkt', denn seine Eltern gaben ihm mit sechs Jahren eine Schildkröte, und die Faszination für Reptilien ließ ihn seitdem nicht mehr los.

Später kam der Widerspruch aus dem Elternhaus dazu. Seine Mutter habe ihm in der Schulzeit gesagt: 'Eric, du kannst nicht Gott spielen' und darauf gedrängt, Tiere gehörten in die Wildnis und nicht in Käfige.

Aus dieser Haltung entstand schließlich auch sein Engagement. Goode gründete die Organisation The Turtle Conservancy, nachdem ihm klar wurde, wie bedroht Schildkröten und Landschildkröten sind, eine Tiergruppe, die er fast auf Augenhöhe mit Primaten unter den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren sieht.

Vierzehn Jahre bis zur Serie

Der konkrete Anstoß kam 2008 mit Bryan Christys Buch The Lizard King. Erst der Versuch, die Rechte daran zu bekommen, brachte Goode nach eigener Darstellung dazu, eine große Dokumentation über die Reptilienwelt wirklich ernsthaft zu verfolgen.

Ein paar Jahre später legte er das Buch auch Fisher Stevens vor. Dessen Reaktion war knapp und entwaffnend: 'Wie willst du das machen, ohne getötet zu werden?'

Trotzdem begann Goode 2014 mit den Dreharbeiten, anfangs zusammen mit Josh Safdie, der später für Marty Supreme für einen Oscar nominiert wurde. Aus diesem langen Anlauf entstand ein Projekt mit mehr als 1500 Stunden Material, über 200 interviewten Personen und mehreren Gesprächen, die sich über 30, 40 oder sogar 50 Stunden zogen.

Warum die Doku trifft

Goode interessiert nicht nur der Schmuggel selbst, sondern auch die Denkweise dahinter. Er beschreibt bei Händlern, Sammlern, Zoos und Ermittlern einen ähnlichen Kick: die Jagd nach dem seltensten Tier, dem größten Fang oder dem Moment, in dem man den Gegner austrickst.

Ein Beispiel blieb ihm besonders im Kopf. Als Goode Anson Wong fragte, ob er auch einen Panda beschaffen könne, habe dieser schlicht geantwortet: 'Ja, ich kann einen Panda besorgen.'

Die Serie endet deshalb nicht mit einer einfachen Moral. Goode plädiert für mehr Bewusstsein auf allen Seiten, für bessere Strategien der Behörden, mehr verantwortliche Nachzucht und gegen den Blick auf Reptilien als Wegwerfhaustiere.

Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 21.08.2026, 17:00 Uhr

Artikel geschrieben von:

Emma Mueller
Autor
Emma Mueller
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Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.

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