Leukämie-Diagnose, ein Monat später tot: The Andy Griffith Show trauert um Dennis Rush
The Andy Griffith Show verliert einen weiteren seiner Kinderstars. Dennis Rush, der Opies Schulfreund Howie Prewitt in der Kultserie spielte, starb mit 74 Jahren an Leukämie. Für Fans der Serie bedeutet sein Tod: Der Kreis derer, die diese Ära noch persönlich erlebt haben, wird immer kleiner.
Artikel-Inhalt
Ein Karrierestart neben James Cagney
Dennis Eugene Rush wurde am 10. Juni 1951 in Philadelphia geboren. Als er ein Jahr alt war, zog sein Vater Jack mit der Familie nach Los Angeles, wo er eine Stelle als Filmarchivär bei Universal antrat. Genau dieser Umstand sollte den Grundstein für Dennis Rushs Schauspielkarriere legen.
Die Geschichte seiner Entdeckung klingt wie aus einem Drehbuch: Ein Mann tippte Rushs Vater auf die Schulter und sagte, er suche einen kleinen Jungen für seinen Film. Dieser Mann war James Cagney. Beim Probedreh musste der kleine Dennis auf einem Dreirad um einen Weihnachtsbaum fahren, und schon war er dabei.
In dem Universal-Film Man of a Thousand Faces aus dem Jahr 1957 verkörperte Rush den vierjährigen Creighton Chaney, den Sohn des Stummfilmlegendärs Lon Chaney. Cagney spielte Lon Chaney selbst, Dorothy Malone übernahm die Rolle der Mutter und Jim Backus die des Onkels. Rush verbrachte sechs Monate bei den Dreharbeiten zu diesem Film.
Freundschaft mit einem Oscar-Preisträger
Die Zusammenarbeit mit James Cagney hinterließ beim jungen Dennis Rush einen bleibenden Eindruck. Die beiden tauschten jedes Jahr Weihnachtskarten aus, eine Tradition, die erst mit Cagneys Tod im März 1986 endete.
Für Rush war die Erfahrung am Set von Man of a Thousand Faces weit mehr als ein erster Schritt ins Filmgeschäft. Sie verband ihn mit einem der charismatischsten Schauspieler seiner Generation und legte den Grundstein für weitere Rollen in der Unterhaltungsbranche.
Howie Prewitt in Mayberry
Zwischen 1963 und 1965 war Dennis Rush in drei Staffeln von The Andy Griffith Show zu sehen. Er spielte Howie Prewitt, einen der Freunde von Opie Taylor, der von Ron Howard verkörpert wurde. Insgesamt war er in acht Folgen der beliebten Comedyserie zu sehen.
In einem Interview aus dem Jahr 2022 blickte Rush gerührt auf diese Zeit zurück: 'Ich durfte in acht Folgen über einen Zeitraum von etwa zweieinhalb Jahren dabei sein. Es war einfach das Beste vom Besten.' Ein besonderer Moment war die Folge 'Barneys Gesundheitscheck' aus dem Jahr 1964, in der Rush während der Probe spontan eine Zeile improvisierte, weil er den eigentlichen Text vergessen hatte. Die Szene, in der er über Don Knotts' Figur Barney Fife sagte, dieser hänge sich im Schrank auf, schaffte es tatsächlich in die fertige Folge.
Ein weiterer Kinderstar in der Serie war Keith Thibodeaux, der Johnny Paul Jason spielte, ebenfalls einen Freund von Opie. Thibodeaux ist vor allem als Little Ricky aus I Love Lucy bekannt.
Westernrollen und John Ford
Neben seinen Auftritten in The Andy Griffith Show war Rush auch in zwei populären Westernserien zu sehen. Von 1960 bis 1962 spielte er in sieben Folgen von Wagon Train mit, von 1962 bis 1963 in drei Folgen von Laramie. Beide Serien entstanden bei Revue Studios.
Besonders bemerkenswert: In einer der Wagon-Train-Folgen führte kein Geringerer als Regisseur John Ford die Regie. Damit sammelte Rush Erfahrungen unter einem der einflussreichsten Filmemacher der Kinogeschichte.
Tod nach kurzer Krankheit
Dennis Rush lebte zuletzt in der Gegend um San Diego. Erst einen Monat vor seinem Tod erhielt er die Diagnose Leukämie. Am vergangenen Samstag starb er auf dem Weg ins Krankenhaus.
Mit seinem Tod verliert die Filmwelt einen der wenigen noch lebenden Zeitzeugen aus den frühen Jahren Hollywoods, der als Kind an der Seite von James Cagney und unter der Regie von John Ford gearbeitet hatte. Sein sommersprossiges Gesicht und seine natürliche Spielfreude machten ihn zu einem der gefragtesten Kinderdarsteller seiner Zeit.
Mehr zu „The Andy Griffith Show"
Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
Alle Artikel von Julia