Lawmen: Bass Reeves verlängert, bevor das Finale überhaupt lief
Verlängert, bevor das Finale überhaupt lief: Das ist selten. Lawmen: Bass Reeves bekam eine zweite Staffel, obwohl kein einziger Sheridan-Satz im Drehbuch steht. Dass ein Franchise-Ableger ohne seinen Erfinder nicht nur überlebt, sondern wächst, war so nicht abzusehen.
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Sheridan geht, das Franchise bleibt
Taylor Sheridan, der kreative Kopf hinter Yellowstone und seinen Ablegern, verlässt das Studio und wechselt zu einer neuen kreativen Zusammenarbeit mit NBCUniversal. Damit endet eine Ära, doch das Franchise selbst läuft weiter, als wäre nichts geschehen.
Marshals ist das deutlichste Zeichen dafür: Kein einziger der dreizehn Episoden der ersten Staffel stammt aus Sheridans Feder. Verantwortlich für die Serie zeichnet Chad Feehan, der das Projekt von Grund auf neu entwickelt hat.
Parallel dazu wurde The Madison, ein weiteres Projekt aus dem Yellowstone-Universum, als eigenständiges Werk ohne direkte Franchise-Anbindung enthüllt. Das Yellowstone-Universum wächst also in alle Richtungen, auch ohne seinen Gründervater.
Kayce Dutton tauscht Ranch gegen Marschallstern
Im Mittelpunkt von Marshals steht Kayce Dutton, gespielt von Luke Grimes. Der Charakter verlässt das vertraute Leben auf der Yellowstone Ranch und schließt sich einer Eliteeinheit der US-Marshals in Montana an. An seiner Seite agieren Logan Marshall-Green und Gil Birmingham in tragenden Rollen.
Die Figuren Dwight Manfredi, Mike McLusky und Pete Calvin erweitern das Ensemble und bringen neue Dynamiken in die Welt der Duttons. Die Serie ist damit der dritte Ableger nach den Prequelserien 1883 und 1923 und führt die Franchise-Chronologie in eine andere Richtung: nicht zurück in die Vergangenheit, sondern in eine neue Gegenwart.
Das Produktionsbudget der ersten Staffel soll bei über 45 Millionen Euro gelegen haben, was den hohen Anspruch an Ausstattung und Schauwert unterstreicht, den das Franchise seit Jahren pflegt.
Publikum jubelt, Kritiker zerreißen die Serie
Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes hält Marshals einen Kritikerscore von lediglich 42 Prozent, das Publikum bewertet die Serie sogar nur mit 27 Prozent. Kritiker bemängeln, dass Kayce Dutton in einem blassen Krimiprozedural gefangen sei, dem der erzählerische Funke und die Tiefe des Originals fehlen.
Doch die Zuschauerzahlen erzählen eine völlig andere Geschichte. In der Woche vom 4. bis 10. Mai 2026 erreichte Marshals 7,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer und war damit die zweitmeistgesehene Erzählserie der Woche, nur übertroffen von Tracker.
Das Phänomen zeigt, wie weit die Zugkraft des Yellowstone-Universums reicht: Das Publikum folgt den Duttons auch dann, wenn die Presse wenig Begeisterung zeigt.
Staffelfinale und Verlängerung bereits fix
Die dreizehnteilige erste Staffel von Marshals findet am 24. Mai 2026 ihren Abschluss. Noch vor dem Finale wurde die Verlängerung für eine zweite Staffel bekanntgegeben, ein klares Signal, dass die Verantwortlichen dem Format trotz gemischter Resonanz vertrauen.
Die Serie feierte ihren Auftakt am 1. März 2026 und hat seitdem kontinuierlich ein treues Publikum aufgebaut. Für deutsche Zuschauerinnen und Zuschauer ist Marshals über Paramount+ abrufbar, ebenso über den Paramount+ Amazon Channel und den Paramount Plus Apple TV Channel.
Die Verlängerung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das gesamte Franchise in Bewegung ist: Mit Dutton Ranch wartet ein weiteres Projekt in den Startlöchern, das von Chad Feehan entwickelt wird und dem Vernehmen nach von einem weiteren Prequel namens 1944 gefolgt werden soll.
Franchise ohne Sheridan: Zukunft offen
Sheridans Abgang markiert eine Zäsur, doch das Yellowstone-Universum zeigt sich erstaunlich robust. Dutton Ranch, das nächste große Projekt der Reihe, wurde von Chad Feehan erschaffen und trägt keine Handschrift Sheridans. Das Franchise erfindet sich damit neu, mit anderen Autoren, anderen Perspektiven.
Das geplante Prequel 1944 würde die Zeitreise durch die Dutton-Geschichte weiter vorantreiben und die Lücke zwischen 1923 und der Gegenwart von Yellowstone schließen. Konkrete Details zu Besetzung oder Startdatum stehen noch aus.
Ob das Franchise ohne Sheridan seinen kreativen Kern bewahren kann, bleibt die zentrale Frage. Marshals liefert eine zwiespältige Antwort: kommerziell ein Erfolg, künstlerisch umstritten. Die nächsten Staffeln werden zeigen, wohin die Reise ohne den Mann geht, der die Duttons einst erfunden hat.
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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