Kaum jemand ahnte 1979, was aus Keith David noch werden würde

·04.06.2026, 17:17 Uhr·4 Min
Kaum jemand ahnte 1979, was aus Keith David noch werden würde
Bild: NBC · TMDB

Keith David erhält am 10. Juni 2026 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Der Schauspieler startete 1979 als Understudy von Raúl Juliá, sein erster Kinofilm war Carpenters 'The Thing' von 1982. Mit über 400 Rollen in Film, Fernsehen und Synchronsprechen ist die Ehrung längst überfällig.

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Ein Stern für 47 Jahre Arbeit

Am 10. Juni 2026 wird Keith Davids Name in den Bürgersteig des Hollywood Boulevards eingraviert. Der Schauspieler erhält einen Stern auf dem Walk of Fame, eine Ehrung, die er selbst mit einer akustischen Erinnerung verknüpft: dem Flüstern in einer Ecke des Dogenpalastes in Venedig, kurz nach seiner ersten Othello-Rolle.

Für David ist der Walk of Fame kein Denkmal für Vergangenes, sondern ein Hinweis auf die Schultern, auf denen er steht. 'Es erinnert mich an die Schultern, auf denen ich stehe, diese großen Schauspieler, von denen ich lerne', sagte er gegenüber Variety. 'Jetzt darf ich mich ihnen anschließen. Das ist wunderbar.'

Mit mehr als 400 Krediten in Film, Fernsehen und Synchronsprechen gehört David zu den vielseitigsten Charakterdarstellern seiner Generation. Dass er diese Zahl weiter ausbauen will, macht er unmissverständlich klar.

Der Anfang: Bühne, Juliá und Carpenter

Davids Karriere begann im Sommer 1979 am Delacorte Theater in New York City. Er sah Morgan Freeman und CCH Pounder in 'Coriolanus', bevor er selbst die Bühne betrat. Noch im selben Sommer bekam er seine Gewerkschaftskarte als Ersatz für Raúl Juliá in 'Othello'. 'Es war mein erster Job nach der Schule', erinnert er sich.

Was er aus dieser Zeit mitnahm, trägt er bis heute: die Überzeugung, dass der Probenraum ein heiliger Ort ist. 'Ich wurde gelehrt, dass der Probenraum ein heiliger Raum ist und man den ganzen Unsinn draußen lässt', sagt David. 'Sobald man die Schwelle überschreitet, geht es um die Arbeit.'

Den Sprung ins Kino ermöglichte Regisseur John Carpenter, der David 1982 für 'The Thing' und 1988 erneut für 'They Live' besetzte. 'John Carpenter hat mir meinen ersten Film gegeben, deshalb wird er immer ein Held für mich sein', sagt David. Von diesen Produktionen lernte er, dass Science-Fiction nur funktioniert, wenn man konsequent bei den eigenen Regeln bleibt.

Disney-Schurke und Emmy-Erzähler

Unter Davids Synchronrollen sticht eine besonders hervor: Dr. Facilier, der Voodoo-Bösewicht in Disneys 'Küss den Frosch'. Die Figur öffnete ihm Türen, die vorher verschlossen waren. 'Dr. Facilier zu spielen war ein Traum, weil ich in einem Disney-Film singen durfte', sagt er. 'Ich durfte ein Disney-Schurke sein und mich in den Kreis dieser Großen einreihen.'

Neben Dr. Facilier lieh er in verschiedenen Marvel-Animationsserien Figuren wie Nick Fury und T'Challa seine Stimme. Seine Präsenz in der Welt der Animation ist damit kaum kleiner als seine Arbeit vor der Kamera.

Als Erzähler von Dokumentarfilmen gewann David mehrere Emmys, darunter einen für Ken Burns' Porträt 'Jackie Robinson'. Burns habe ihm erklärt, dass Erzählen wie die Stimme Gottes sei, der Fakten übermittelt. David nimmt das ernst: 'Ich versuche, es mit einer Objektivität zu präsentieren, die deine Fantasie anregt, mehr darüber wissen zu wollen.'

Greenleaf, Detektive und neue Projekte

Fünf Staffeln lang spielte David Bishop James in 'Greenleaf' beim OWN Network, eine Rolle, die einen Kindheitstraum erfüllte: Pastor zu sein. Den Traum hat er nicht aufgegeben, nur umgedeutet. 'Mein Wirken ist nicht auf der Kanzel', sagt er. 'Mein Wirken geschieht im Theater, das ebenfalls ein heiliger Raum ist.'

Aktuell spielt David gleich zwei Detektive parallel. In 'The Lowdown' an der Seite von Ethan Hawke verkörpert er eine Ermittlerfigur, während er in der Komödie 'Sunset P.I.' den Chef einer Detektei leitet. Letzteres bringt ihn sichtlich zum Schmunzeln: Er ist nicht irgendein Detektiv, er ist der Chef.

Auf seiner Wunschliste stehen noch Frederick Douglass und Paul Robeson als große Kinorollen. Beide historischen Persönlichkeiten hat er bereits in anderen Formaten gespielt, doch auf der Leinwand fehlen ihre Geschichten noch. Wer ihn für ein Projekt anfragen möchte, sollte es einfach tun, sagt David: 'Ich bin 47 Jahre dabei und darf es immer noch tun. Niemand zwingt mich. Fragt mich, ich sage vielleicht ja.'

Mehr als 400 Rollen: Kein Ende

Keith David tauchte auch in 'Community' auf, der Serie, die bei Joyn+ zu sehen ist, sowie in 'Grey's Anatomy', 'ER', 'Enlisted' und sogar als Keith der Zimmermann in 'Mister Rogers' Neighborhood'. Die Bandbreite zeigt, dass er sich nie auf ein Genre oder ein Medium festgelegt hat.

Was ihn antreibt, ist die anhaltende Überraschung darüber, welche Angebote noch kommen. Mit über 400 Rollen im Rücken könnte man meinen, alles gesehen zu haben. David sieht das anders: Solange die Arbeit ihn überrascht, bleibt er dabei.

Der Stern auf dem Walk of Fame ist damit weniger ein Abschluss als ein Zwischenstand. David zitiert keine Summe seiner Arbeit, er nennt eine Haltung: Wer ihn fragt, bekommt eine ehrliche Antwort. Und die lautet meistens ja.

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Quelle: NBCZuletzt aktualisiert: 04.06.2026, 17:17 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann
Autor
Lea Zimmermann
Science FictionFantasy-SerienMystery

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.

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