Jonathan Nolan über Fallout Staffel 2: 'Ich kann es selbst kaum glauben'

·16.06.2026, 20:01 Uhr·3 Min
Jonathan Nolan über Fallout Staffel 2: 'Ich kann es selbst kaum glauben'
Bild: Prime Video · TMDB

Jonathan Nolan kann es kaum glauben, was Fallout Staffel 2 geworden ist. Die Produktion wechselte von New York nach Los Angeles, mitten in eine Phase historisch schwacher Filmaktivität im Bundesstaat. Dass ausgerechnet diese Staffel Nolan selbst sprachlos macht, sagt mehr als jedes Hype-Statement.

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Los Angeles statt New York: Heimkehr der Produktion

Staffel 2 von Fallout verlagert die Handlung in die Mojave-Ödnis und nach New Vegas. Parallel dazu zog die Produktion von New York zurück nach Los Angeles, mitten in eine Phase historisch niedriger Filmproduktion im Bundesstaat Kalifornien.

Executive Producer Jonathan Nolan beschrieb den Wechsel beim FYC-Event gegenüber Variety als selbstverständliche Entscheidung: 'Es ist naheliegend, hier in Los Angeles zu drehen, und es ist eine Ehre für uns, die Produktion nach Hause zu bringen. Ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich.' Für Nolan war es nach eigener Aussage ein Schock zu sehen, wie sehr sich die Produktionslandschaft in Kalifornien verändert hatte.

Die Rückkehr an die Westküste beeinflusste nicht nur Logistik, sondern auch die visuelle Sprache der neuen Staffel. Die Wüstenkulisse Südkaliforniens lieferte eine natürliche Verlängerung der postapokalyptischen Spielwelt.

Charakterentwicklung zwischen Chaos und Hoffnung

Aaron Moten, der Maximus spielt, erklärte beim Panel, warum ihn die Drehbücher von Showrunnerin Geneva Robertson-Dworet so gepackt haben: Die Serie spiegle eine Welt wider, die sich manchmal jenseits jeder Reparatur anfühle. 'Ich konnte nicht anders, als erleben zu wollen, was wir alle kennen: Wo fange ich überhaupt an, wenn ich die Welt verändern will?'

Kyle MacLachlan, der den Charakter Hank verkörpert, schilderte ein Gespräch mit Robertson-Dworet über die A- und B-Seite von Figuren. Hank ist einerseits liebevoller Vater, andererseits Extremist. Im Staffel-2-Finale entscheidet er sich, sein Gedächtnis vollständig auszulöschen.

MacLachlan deutete das als notwendige Entwicklung: 'Ich sah es als eine Art Opfer, aber auch als unvermeidlich. Die Hoffnung ist, dass es eine weitere Tür öffnet.' Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt, und MacLachlan ließ offen, wohin die Reise für Hank noch führen könnte.

Goggins und die Szene, die alles bedeutet

Walton Goggins sprach ausführlich über die emotionale Schlüsselszene des Finales, in der sein Charakter, der Ghoul, die Kryokammern seiner Familie findet, nur um festzustellen, dass Barb und Tochter Janey verschwunden sind.

Regisseur Frederick E.O. Toye habe zwei Kameras aufgestellt und die Szene nur drei- bis viermal gedreht. Goggins erinnerte sich: 'Obwohl wir wussten, dass sie nicht in der Kammer waren, fühlte sich jede Einstellung an, als wären sie es, und dann findet er diese Karte. Es war wirklich kathartisch.'

Goggins schloss das Panel mit einem Satz, der die Haltung des gesamten Teams beschreibt: 'Ich kann immer noch nicht glauben, dass Amazon uns erlaubt, diese Serie in diesem Ausmaß zu machen. Das ist absolut wahnsinnig.' Staffel 3 ist offiziell in Entwicklung.

Kostüme und Kulissen erzählen eigene Geschichten

Francis Turner, die Barb spielt, erläuterte, wie Kostümdesignerin Dayna Pink die Figur durch Kleidung charakterisiert. Der lilafarbene Vault-Tec-Anzug stehe für Stärke und Struktur, lasse aber durch eine weiche Bluse darunter Barbs Verletzlichkeit durchscheinen. Je weiter sich die Figur von Vault-Tec entfernt, desto fließender und heller werden ihre Kostüme.

Auch Vincent Van Dykes Prothesenmasken prägen die Serie stark. Seine Arbeit wurde bereits für die erste Staffel für einen Emmy in der Handwerkskategorie nominiert und gilt als eines der markantesten visuellen Elemente der Produktion.

Showrunnerin Robertson-Dworet lobte Produktionsdesigner Howard Cummings in höchsten Tönen: 'Wenn Jonathan und ich über unsere Ambitionen sprechen, können wir das furchtlos tun, weil Howard Cummings ein Genie ist.' Viele der Schauplätze in der neuen Staffel setzen sich aus bis zu sechs verschiedenen Drehorte zusammen, die nahtlos zu einem einzigen Ort zusammengefügt wurden.

Videospiel-Welt trifft reale Gegenwart

Die Serie basiert auf der gleichnamigen Videospiel-Reihe und folgt ihren Figuren durch eine postapokalyptische Ödnis. Was die zweite Staffel von vielen anderen Adaptionen unterscheidet, ist das Bewusstsein des Teams für die Parallelen zur realen Welt.

Moten brachte es auf den Punkt: Das kreative Team wolle eigentlich weniger Ähnlichkeiten zwischen der Fallout-Welt und der Gegenwart sehen, finde sie aber unweigerlich. Genau das verleihe der Serie ihre emotionale Dringlichkeit.

Mit bestätigter dritter Staffel, einem eingespielten Ensemble und einer Produktionsstruktur, die Kreativität offenbar kaum bremst, bleibt Fallout auf Prime Video eine der ambitioniertesten Serien im aktuellen Streaming-Angebot.

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Quelle: Prime VideoZuletzt aktualisiert: 16.06.2026, 20:01 Uhr

Artikel geschrieben von:

Anna Schneider
Autor
Anna Schneider
Science FictionFantasy-SerienMystery

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.

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