Jetzt gerät Ashley Cain: Into the Danger Zone wegen Cains Vergangenheit unter Druck

·17.06.2026, 16:01 Uhr·3 Min
Jetzt gerät Ashley Cain: Into the Danger Zone wegen Cains Vergangenheit unter Druck
Bild: BBC Three · TMDB

Ausgerechnet der Moderator, den die BBC als Zugang zur jungen Männergeneration aufbaute, fällt durch Frauenfeindlichkeit auf. Alte Tweets zeigen Ashley Cain mit Aussagen wie 'Choke on a cock you slut', gerichtet an eine Frau im Jahr 2014. Dass der Sender ihn gezielt als Vorzeigegesicht positionierte, macht die Enthüllung besonders brisant.

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Alte Tweets, neue Krise beim Sender

Die BBC hat sich geweigert, eine Zusage zur Ausstrahlung der zweiten Staffel von 'Ashley Cain: Into The Danger Zone' zu machen. Auslöser ist eine Recherche des Guardian, die eine Reihe von Kommentaren des Moderators auf der Plattform X, ehemals Twitter, ans Licht brachte. Darin soll Cain Frauen wiederholt mit abwertenden Begriffen beschimpft haben.

Zu den veröffentlichten Nachrichten gehört ein Kommentar aus dem Jahr 2015, in dem Cain einer Frau laut Guardian schrieb, sie solle verschwinden. In einem weiteren Beitrag aus dem Jahr 2014 soll er eine andere Frau mit einem vulgären Ausdruck beschimpft haben. Cains Account auf X ist inzwischen deaktiviert.

Cain selbst reagierte weder auf Anfragen des Guardian noch auf Kontaktversuche über Instagram oder seine Wohltätigkeitsorganisation The Azaylia Foundation. Eine offizielle Stellungnahme liegt bis heute nicht vor.

BBC reagiert mit scharfen Worten

Der Sender erklärte in einem Statement: 'Wir sind sehr klar darüber, dass wir von allen, die mit oder für die BBC arbeiten, höchste Verhaltensstandards erwarten. Wenn uns Vorwürfe zur Kenntnis gebracht werden, nehmen wir sie ernst. Wir werden diese Informationen sorgfältig prüfen und beabsichtigen, zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Kommentare abzugeben.'

Intern sollen die Kommentare als erschreckend eingestuft worden sein, obwohl der Sender nach eigenen Angaben zuvor keine Kenntnis davon hatte. Die BBC galt als Förderer von Cain, der gezielt als Moderator aufgebaut wurde, um junge männliche Zuschauer anzusprechen.

Ob Staffel 2 überhaupt noch ausgestrahlt wird, ist damit vollkommen ungewiss. Die Folgen wurden zwar Anfang des Jahres produziert, doch eine Entscheidung über ihre Veröffentlichung steht noch aus.

Produzent soll Prüfprozesse verschärfen

Die BBC hat den Produktionsdienstleister True North, ein zum Sky-Konzern gehörendes Unternehmen, aufgefordert, seine Überprüfungsverfahren für soziale Medien zu überdenken. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen darüber auf, wie gründlich Sender und Produktionsfirmen die Online-Vergangenheit potenzieller Moderatoren durchleuchten.

True North hat bislang keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Anfragen über einen Sky-Sprecher blieben zunächst unbeantwortet.

Für die Branche ist der Vorfall ein Signal: Historische Social-Media-Aktivitäten können Karrieren gefährden, auch wenn sie Jahre zurückliegen. Gerade bei Formaten, die auf Authentizität und Glaubwürdigkeit setzen, wiegt ein solcher Imageschaden besonders schwer.

Worum geht es in der Serie?

'Ashley Cain: Into the Danger Zone' zeigt den ehemaligen Profifußballer, wie er junge Männer am Rand der Gesellschaft in einigen der härtesten und gefährlichsten Orte der Welt aufsucht. Das Format setzt auf persönliche Begegnungen und soll eine Brücke zu einer Zuschauergruppe schlagen, die klassisches Fernsehen kaum noch erreicht.

Cain ist kein Unbekannter im Reality-TV. Er war zuvor in verschiedenen britischen Unterhaltungsformaten zu sehen und baute sich eine Fangemeinde auf, die ihn als nahbaren, direkten Typ wahrnahm. Genau dieses Image steht nun unter Druck.

Die Wohltätigkeitsorganisation The Azaylia Foundation, die Cain nach dem Tod seiner Tochter Azaylia gründete, hat ihm zusätzliche öffentliche Sympathie eingebracht. Ob dieses Kapital ausreicht, um die aktuelle Krise zu überstehen, bleibt abzuwarten.

Branchentrend: Vergangenheit holt Moderatoren ein

Der Fall Ashley Cain steht nicht allein. Die britische Fernsehbranche erlebt seit Jahren, dass alte Social-Media-Posts Karrieren zum Stolpern bringen. Sender stehen dabei vor der Frage, wie weit die Verantwortung für das Vorleben ihrer Talente reicht.

Parallel dazu kämpft die BBC mit erheblichem Spardruck: Der Sender plant, sein Ausgabenbudget für Inhalte um rund 98 Millionen Euro zu kürzen und mehrere Produktionen zu streichen. In diesem Kontext dürfte eine belastete Produktion wie 'Into The Danger Zone' noch schwerer zu rechtfertigen sein.

Für deutsche Zuschauerinnen und Zuschauer, die die Serie verfolgen möchten, gibt es derzeit keine gesicherten Informationen zur Verfügbarkeit. Solange die BBC keine Entscheidung über Staffel 2 getroffen hat, bleibt auch ein möglicher internationaler Start offen.

Quelle: BBC ThreeZuletzt aktualisiert: 17.06.2026, 16:01 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
Autor
Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

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