Hacks Staffel 5 ist vorbei, doch das Finale wirft Fragen auf

Ob Hacks wirklich endet oder nur pausiert, bleibt nach dem Finale unklar. Deborah sitzt mit einer 18-monatigen Sperre im selbstverwalteten Casino, während Jimmy und Kayla per Erpressung ihre alte Agentur übernehmen. Zuschauer fragen sich, ob das ein Abschluss oder ein Cliffhanger ist.
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Was Staffel 5 lange schuldig blieb
Hacks startete einst mit einer klaren Prämisse: Die verbitterte Las-Vegas-Legende Deborah Vance (Jean Smart) und die gecancelte TV-Autorin Ava (Hannah Einbinder) Daniels reiben sich aneinander, künstlerisch und persönlich, und werden dadurch besser. Diese produktive Reibung war das Herzstück der Serie. In Staffel 5 trat sie weitgehend in den Hintergrund.
Der Grund liegt im Plot: Deborah hatte ihr Late-Night-Programm verlassen, anstatt Ava auf Druck des Senders zu feuern. Die Folge war eine Wettbewerbsklausel, die ihr 18 Monate lang jede öffentliche Aufführung untersagte. Workarounds wie Gastgesang bei einem Tejano-Song oder ein Auftritt in einer Abenteuer-Spielshow füllten die Zeit, ohne das kreative Kernthema wirklich anzufassen.
Showrunnerin Lucia Aniello sowie die Serienschöpfer Paul Downs und Jen Statsky hatten offenbar bewusst entschieden, die intensive Tour-Vorbereitung aus früheren Staffeln nicht zu wiederholen. Das Ergebnis: Staffel 5 fühlte sich über weite Strecken wie ein warmherziger Abschied an, aber weniger wie die Geschichte zweier Frauen, die gemeinsam etwas erschaffen.
Happy Ends für alle, Konflikt für niemanden
Seit Deborah und Ava in Staffel 4 ihren schwersten Bruch überwunden hatten, lag ein spürbares Wohlgefühl über der Serie. Deborahs Geschäftsführer Marcus, gespielt von Carl Clemons-Hopkins, kehrte als Partner im Casino The Diva zurück, das Deborahs Ex Marty, gespielt von Christopher McDonald, leitet. Die Manager Jimmy (Paul W. Downs), gespielt von Paul Downs, und Kayla (Megan Stalter), gespielt von Meg Stalter, übernahmen per leichter Erpressung ihre alte Agentur. Selbst Avas chaotische Mutter Nina fand die Liebe.
Diese glücklichen Wendungen sind durchaus vergnüglich anzusehen, und die Nebenfiguren bekamen würdige Abschiede. Doch das zentrale Spannungsfeld zwischen den beiden Protagonistinnen fehlte. Ava arbeitete weitgehend eigenständig an einem Reboot der Mehrkamera-Sitcom 'Who's Making Dinner?', die Deborah einst mit ihrem Ex-Mann gedreht hatte. Die Debatten über Ideen und Ausführung fanden nun zwischen Ava und Studiomanagern statt, nicht zwischen ihr und Deborah.
Ein Montecito-Ausflug, bei dem die beiden sich als Pärchen ausgaben, um bei einem prominenten Gastgeberpaar zu punkten, war eine der komödiantischen Glanzleistungen der Staffel. Solche Momente zeigten, dass Hacks nie aufgehört hatte, lustig zu sein. Aber sie ersetzten nicht den inhaltlichen Austausch über das Handwerk, das die Serie einst definiert hatte.
Die Krebsdiagnose als dramatischer Wendepunkt
Das Finale bricht das Wohlgefühl der Staffel mit einem harten Schnitt auf. Nach dem triumphalen Auftritt im Central Park, der in letzter Minute vom Madison Square Garden dorthin verlegt worden war, eröffnet Deborah Ava, dass der geplante Europatrip ein anderes Ziel verfolgt: Eine zuvor harmlose Gewebeveränderung ist bösartig geworden. Deborah hat sich gegen eine invasive Behandlung entschieden und will in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch nehmen.
Die Szenen, in denen die beiden Frauen darüber streiten, knistern vor echtem Schmerz. Deborah wirft Ava vor: 'Für jemanden, der immer sagt: Hört auf Frauen, fällt es dir schwer, mir zuzuhören.' Diese Konfrontation ist das emotionalste Material der gesamten Staffel und zeigt, wie viel dramatisches Potenzial die Serie in ihrer Abschlussphase liegen gelassen hatte.
Ava schwankt zwischen Widerstand und dem Versuch, die verbleibende Zeit zu genießen. Paris wird zur Kulisse für Trauer, Wut und Zuneigung zugleich. Die Intensität dieser Sequenzen macht deutlich, dass Hacks auch als Drama funktioniert, wenn es sich traut, den Figuren wirklich etwas zuzumuten.
Ein Croissant rettet Deborahs Leben
Was Deborah schließlich vom Zug nach Zürich abhält, ist kein Gefühlsausbruch, sondern ein Witz. Ava bemerkt beiläufig, dass der beste Teil des Sterbens für jemanden mit Essstörungen darin bestehe, ein zweites Croissant zu bekommen. Deborah greift die Pointe sofort auf, schleift sie, und die beiden beginnen, Formulierungen hin und her zu werfen wie in alten Zeiten.
Deborah erkennt, dass in einer offenen Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod noch ein ganzes Bühnenprogramm steckt. Sie denkt dabei an Tig Notaros legendäres Konzert, das mit den Worten 'Hi, ich habe Krebs' begann und zu einem Meilenstein der Stand-up-Geschichte wurde. Deborah will ihr eigenes Stück davon.
Dieser Moment ist der stärkste des gesamten Finales, weil er zeigt, warum Hacks funktioniert: nicht trotz der Arbeit, sondern durch sie. Die Kunst ist nicht Flucht vor dem Leben, sondern Reaktion darauf. Dass die Serie erst ganz am Ende zu dieser Erkenntnis zurückfindet, ist sowohl ihr größter Triumph als auch ihr deutlichster Kritikpunkt.
Was das Finale über die Serie verrät
Hacks endet mit Jean Smart und Hannah Einbinder Arm in Arm auf dem Las-Vegas-Strip, im Gespräch über Witze, die das Publikum nie hören wird. Es ist ein bewusst offenes Ende, das die Figuren in Bewegung lässt. Gleichzeitig macht es sichtbar, wie lange die Serie in ihrer Schlussphase auf Autopilot lief.
Die Entscheidung von Aniello, Downs und Statsky, die letzte Staffel als ausgedehnten Abschied zu gestalten, ist nachvollziehbar. Hacks hatte über fünf Jahre eine Welt aufgebaut, und die Zuneigung des Publikums zu den Figuren war real. Doch ein Serienfinale, das seinen stärksten Moment erst in den letzten Minuten findet, stellt auch eine verpasste Gelegenheit dar.
Was bleibt, ist eine Serie, die in ihren besten Momenten zeigte, wie Komödie entsteht: durch Reibung, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, das Unbequeme anzufassen. Das Finale von Hacks erinnert daran. Der Rest von Staffel 5 hatte es zwischenzeitlich vergessen.
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Zehn Personen, ein Weltmuseum: Jean Smart beendet Hacks in Paris
Smarts letzte Szene als Ava endete auf dem Boden des Louvre, nur sie und Aniello. Aniello flüsterte ihr zu, dass dies der letzte Tag als diese Figur sei, und Smart reagierte ungläubig. Wer Hacks von Anfang an verfolgt hat, spürt, wie viel in diesem Moment steckt.

Warum das Hacks-Finale so viele Zuschauer unvorbereitet trifft
Wie weit geht Deborah Vance auf dem Weg nach Zürich wirklich? Bekannt ist, dass ihre Diagnose zurückgekehrt ist und sie eine Behandlung ablehnt. Was das für den Ausgang des Finales bedeutet, bleibt die Frage, die Zuschauer stundenlang beschäftigen wird.

Hacks zieht vor dem Finale noch einmal alle Blicke auf sich
Mit dem Serienfinale endet Jean Smarts vierjährige Emmy-Siegesserie. Die HBO-Max-Comedy Hacks verabschiedet sich mit Staffel 5 und schickt insgesamt sechs Darsteller ins Emmy-Rennen. Ob Smart ihren fünften Titel in Folge holt, entscheidet sich in diesem letzten Anlauf.
Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
Alle Artikel von NinaNina hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.