Gordon-Levitt rechtfertigt sich: Peter Thiels Dialog-Konferenz zieht Hollywood hinein

·19.06.2026, 01:16 Uhr·4 Min
Gordon-Levitt rechtfertigt sich: Peter Thiels Dialog-Konferenz zieht Hollywood hinein
Bild: The WB · TMDB

Ein Datenleck zwingt Hollywood-Stars zur öffentlichen Selbstverteidigung. Joseph Gordon-Levitt bestätigte seine Teilnahme an zwei Dialog-Konferenzen, betonte aber, Peter Thiel nie persönlich begegnet zu sein. Für Fans bedeutet das: Ihr Lieblingsschauspieler steht mitten in einem politischen Shitstorm.

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Datenleck enthüllt 113 Dialog-Mitglieder

Eine geleakte Teilnehmerliste der Dialog-Konferenz brachte die Schauspieler Joseph Gordon-Levitt und Sophia Bush in Erklärungsnot. Die Liste mit 113 angeblichen Mitgliedern wurde vom selbsternannten Hacker Maia Arson Crimew veröffentlicht und vom Hollywood Reporter am 18. Juni 2026 publik gemacht. Neben den beiden Schauspielern tauchen darin Namen wie Elon Musk, Jared Kushner, Senator Ted Cruz, Senator Cory Booker, Josh Brolin, Scooter Braun sowie Vertreter von A24 und YouTube auf.

Die Dialog-Konferenz wurde von Peter Thiel und Auren Hoffman gegründet und bringt seit etwa zwei Jahrzehnten Unternehmenschefs, Politiker und Intellektuelle zu vertraulichen Gesprächen über die Zukunft der Technologie zusammen. Das Einladungsformat ist streng exklusiv. Sitzungsthemen reichen laut der geleakten Informationen von 'Desinformation und Deepfakes' über 'Demokratie unter Überwachung' bis hin zu 'Build-a-Cult' und 'Navigating WWIII'.

Josh Brolins Sprecher kommentierte die Enthüllung gegenüber dem Hollywood Reporter mit den Worten, sein Mandant wolle 'wissen, was zum Teufel er sich da eingebrockt hat'. Die Reaktion illustriert, wie wenig einige der gelisteten Teilnehmer über den Hintergrund der Veranstaltung wussten.

Gordon-Levitt: Politische Gegensätze zu Thiel

Gordon-Levitt meldete sich mit einem ausführlichen Statement auf Instagram zu Wort. Er bestätigte, an zwei Dialog-Konferenzen teilgenommen zu haben, betonte jedoch unmissverständlich: 'Ich kenne Peter Thiel nicht. Ich habe ihn nie getroffen, nie mit ihm oder seinen Vertretern gesprochen, ihn nie bei einer Veranstaltung gesehen. Nach allem, was ich über seine Ansichten gelesen habe, sind wir politische und ideologische Gegensätze.'

Der Schauspieler beschrieb die Konferenzen, die er besucht hatte, als ideologisch divers. Es seien Menschen mit unterschiedlichsten Meinungen anwesend gewesen, mit denen er teils übereinstimmte, teils nicht. Von einem einseitig ausgerichteten Treffen könne keine Rede sein.

Gordon-Levitt erklärte seinen Antrieb mit dem Engagement für verantwortungsvollen Umgang mit Technologie und Künstlicher Intelligenz. Er suche bewusst den Austausch auch mit Andersdenkenden, weil er glaube, dass produktives Engagement mit Gegnern manchmal notwendig sei, um Einfluss zu nehmen.

Bush kämpfte gegen Deepfake-Missbrauch

Sophia Bush nahm in den vergangenen Jahren fast jede Konferenzeinladung an, die sie erreichte. Ihr Ziel war es, gemeinsam mit der Produzentin Nia Batts für die Kriminalisierung von Deepfake-Missbrauch zu werben. Konkret setzten sich beide für den sogenannten DEFIANCE Act ein, ein US-Gesetz gegen nicht einvernehmlich verbreitete gefälschte Bildmaterialien. Ihr Ausgangspunkt war die Deepfake-Dokumentation 'Another Body', an der Bush als ausführende Produzentin beteiligt war.

Über ihre Teilnahme an der Dialog-Konferenz schrieb Bush: 'Ich war als Gast eingeladen, um der Erzählung entgegenzuwirken, dass alles Fortschritt sei in diesem scheinbar unkontrollierten KI-Wettlauf. Dass diese Konferenz von jemandem gegründet wurde, mit dem man mich nicht in einem Raum sehen würde, war für mich eine echte Überraschung.' Thiel sei bei der Konferenz weder anwesend gewesen noch überhaupt erwähnt worden. Zudem habe er sich nach ihren Recherchen seit etwa 15 Jahren nicht mehr aktiv eingebracht.

Bush räumte ein, sie hätte die Veranstaltung im Vorfeld gründlicher recherchieren sollen. Dennoch wäre sie wohl auch dann gegangen, weil sie überzeugt sei, dass Frauen, die in solchen Räumen für Frauen eintreten und Alarm schlagen, unverzichtbar seien. 'Ich bin stolz darauf, wer ich in jedem Raum bin, in dem ich mich für etwas einsetze', schrieb sie.

Wer steckt hinter der Dialog-Konferenz?

Die Dialog-Konferenz existiert seit rund zwei Jahrzehnten und wurde von Peter Thiel und Auren Hoffman ins Leben gerufen. Das streng vertrauliche Format richtet sich an ein handverlesenes Netzwerk aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Kleine, moderierte Gesprächsrunden stehen im Mittelpunkt, alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Thiel selbst gilt als einer der einflussreichsten Tech-Investoren der USA und ist politisch weit rechts verortet. Dass sein Name auf einer Liste mit Demokraten wie Senator Cory Booker und Aktivistinnen wie Sophia Bush auftaucht, sorgte für erhebliche Verwirrung und öffentliche Kritik.

Laut Axios plante die Organisation zuletzt den Aufbau eines Geländes in der Nähe von Washington D.C. Das unterstreicht den wachsenden politischen Anspruch der Konferenz, die sich selbst als Forum für den offenen Austausch zwischen gegensätzlichen Lagern versteht.

Klare Werte, unklare Einladungen

Sophia Bush betonte, ihre Werte seien eindeutig und konsistent. Sie arbeite daran, Familien zu schützen, demokratische Institutionen zu verteidigen und grundlegende Menschenrechte zu sichern. Die Konferenz habe sie als wertvoll empfunden, weil sie dort verschiedene Perspektiven hören und eigene Positionen einbringen konnte.

Gordon-Levitt wiederum verwies auf seine Arbeit im Bereich Technologiepolitik und Künstliche Intelligenz. Der Austausch mit Menschen, die die Welt anders sehen, gehöre für ihn dazu, um tatsächlich etwas bewegen zu können. Beide Schauspieler unterstrichen, dass sie die Konferenz nicht als Plattform für Thiels Ideen wahrnahmen.

Der Fall zeigt, wie undurchsichtig das Einladungswesen solcher Elitenforen ist. Wer eine Einladung annimmt, weiß oft nicht genau, in welchem Umfeld er landet. Für Bush und Gordon-Levitt wurde das zur öffentlichen Belastungsprobe, die sie mit klaren Statements abzuwenden versuchten.

Quelle: The WBZuletzt aktualisiert: 19.06.2026, 01:16 Uhr

Artikel geschrieben von:

Anna Schneider
Autor
Anna Schneider
Science FictionFantasy-SerienMystery

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.

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