Drei Rollen, drei neue Gesichter: Star City baut sein Ensemble um

·29.05.2026, 01:32 Uhr·3 Min
Drei Rollen, drei neue Gesichter: Star City baut sein Ensemble um
Bild: Apple TV · TMDB

Gleiche Figuren, völlig anderes Gesicht: Star City bricht mit der Kontinuität von For All Mankind. Sergei Nikulov, Irina Morozova und Anastasia Belikova werden komplett neu besetzt, obwohl das Spin-off direkt auf dem Hauptformat aufbaut. Ob das die Bindung ans Publikum stärkt oder schwächt, wird sich zeigen.

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Star City erzählt die sowjetische Seite

Nach fünf Staffeln For All Mankind, in denen die Alternativgeschichte die Sowjetunion als erste Nation auf dem Mond zeigt, rückt Star City genau jene Seite in den Mittelpunkt, die bisher nur am Rand zu sehen war. Der Titel des Spin-offs ist dabei kein Zufall: Er verweist auf den realen Standort des Juri-Gagarin-Kosmonauten-Trainingszentrums.

Drei Figuren aus dem Hauptformat werden neu besetzt. Agnes O'Casey übernimmt die Rolle der Irina Morozova, die in For All Mankind von Svetlana Efremova gespielt wurde. Alice Englert tritt an die Stelle von Rita Khrabrovitsky als Anastasia Belikova. Und Josef Davies ersetzt Piotr Adamczyk in der Rolle des Sergei Nikulov.

Dazu kommen völlig neue Charaktere: Rhys Ifans spielt den Chefkonstrukteur, Anna Maxwell Martin die Lyudmilla Raskova, Adam Nagaitis den Valya Markelov, Ruby Ashbourne Serkis die Tanya Markelova, Priya Kansara die Lakshmi und Eadie Johnson die Zoya. Solly McLeod verkörpert die neue Figur Sasha Polivanov.

Irina noch unerfahren, noch formbar

Agnes O'Casey hat sich bewusst mit der Originalbesetzung auseinandergesetzt, bevor sie die Rolle übernahm. Ihre erste Einschätzung von Irina Morozova orientierte sich noch stark an Svetlana Efremovos Interpretation: selbstsicher, mit einer gewissen Brutalität vertraut.

Nach Gesprächen mit den Showrunnern Matt Wolpert und Ben Nedivi entstand jedoch ein ganz anderes Bild. O'Casey gegenüber ScreenRant: 'Wir kamen zu dem Schluss, dass sie am Anfang völlig unschuldig ist. Es macht so viel Spaß zu sehen, wie sie entdeckt, was es bedeutet, das zu erreichen, was sie erreichen will. Sie versucht, alles zu kontrollieren, aber sie ist noch nicht gut darin.'

Diese Entwicklungslinie unterscheidet die Star-City-Version von Irina grundlegend von der Figur, die Zuschauer aus For All Mankind kennen. Der Spin-off zeigt die Person, bevor sie zur Maschine wird.

Englert: Ein eigenes Universum erschaffen

Alice Englert hatte vor ihrer Arbeit an Star City keinen direkten Kontakt zu Rita Khrabrovitsky, die Anastasia Belikova in For All Mankind verkörperte. Stattdessen folgte sie der Linie von Wolpert und Nedivi, die den Spin-off als eigenständige Welt innerhalb des For-All-Mankind-Universums verstehen.

Englert beschreibt das Konzept so: 'Wenn man Star City schaut, muss man For All Mankind nicht gesehen haben. Aber wenn man es hat, ist es sehr schön, diese andere Seite zu sehen, hinter den Eisernen Vorhang zu blicken.' Die Umbesetzung ist damit kein Rückschritt, sondern ein bewusster Perspektivwechsel.

Solly McLeod, der mit Sasha Polivanov eine komplett neue Figur spielt, ergänzt: Die russischen Charaktere aus For All Mankind geben dem Publikum einen ersten Eindruck, Star City zeigt dann, wie diese Menschen wirklich hinter verschlossenen Türen sind.

Früherer Zeitpunkt, offenere Figuren

Der entscheidende dramaturgische Kniff liegt im Zeitpunkt. Star City setzt früher in den Biografien der Figuren an, bevor sie zu den abgebrühten Akteuren werden, die man aus dem Hauptformat kennt. Das gibt den neuen Darstellern Spielraum, den Ursprung einer Persönlichkeit zu zeigen, nicht ihr fertiges Ergebnis.

Statt auf festgelegte Charakterbilder aufzubauen, können O'Casey und Englert Figuren formen, die noch im Werden sind. Das macht den Spin-off dramatisch unberechenbarer als eine klassische Fortsetzung.

Für Zuschauer, die For All Mankind kennen, entsteht dabei ein doppelter Blickwinkel: Man weiß, wohin die Reise führt, sieht aber jetzt erst, wie sie begann. Für Neulinge funktioniert Star City als eigenständiger Einstieg in dieses Alternativgeschichts-Universum.

Starttermin und Episodenplan

Star City startet am 29. Mai 2026 mit zwei Folgen auf Apple TV+. Die verbleibenden sechs Episoden erscheinen wöchentlich, die letzte Folge ist für den 10. Juli 2026 geplant. Insgesamt umfasst die erste Staffel damit acht Episoden.

Ein Startdatum für den deutschsprachigen Raum ist bislang nicht bekannt. Apple TV+ ist in Deutschland verfügbar, ein konkreter Termin für die deutsche Ausstrahlung steht noch aus.

Ob Star City über eine erste Staffel hinaus fortgesetzt wird, ist noch offen. Der Spin-off steht und fällt zunächst damit, ob er das Publikum von For All Mankind mitnimmt und gleichzeitig neue Zuschauer gewinnt.

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Quelle: Apple TVZuletzt aktualisiert: 29.05.2026, 01:32 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann
Autor
Lea Zimmermann
Science FictionFantasy-SerienMystery

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.

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