Dallas verdankt William Smithers einen seiner kältesten Antagonisten

Dallas verliert seinen kältesten Gegenspieler: William Smithers ist tot. Der Charakterdarsteller spielte ab 1981 in über 50 Folgen den WestStar-Oil-Chef Jeremy Wendell. Damit geht einer der wenigen TV-Antagonisten, der J.R. Ewing ernsthaft das Fürchten lehrte.
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Der Mann, der J.R. besiegte
William Smithers verkörperte ab 1981 in der vierten Staffel von Dallas den WestStar-Oil-Vorsitzenden Jeremy Wendell, einen Ölmagnaten so skrupellos, dass selbst der berüchtigte J.R. Ewing von Larry Hagman dagegen wie ein Chorknabe wirkte. Über 50 Folgen bis 1989 lieferte Smithers dem Publikum einen Antagonisten, der die Messlatte für TV-Bösewichte dauerhaft hochsetzte.
Die Zusammenarbeit mit Hagman beschrieb Smithers in einem Interview als ständige Herausforderung: 'Larry war ein starker Schauspieler. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf dem Höhepunkt meines Könnens sein musste, wenn ich mit ihm arbeitete. Das war sehr stimulierend.' Vor Dallas hatte er bereits von 1965 bis 1966 in der Seifenoper Peyton Place den Fabrikbesitzer David Schuster gespielt.
Smithers' Tod wurde von der Santa Barbara Independent gemeldet. Er lebte zuletzt in der kalifornischen Küstenstadt Santa Barbara.
Von der Bühne zum Filmklassiker
Bevor Smithers zum Fernsehstar wurde, prägte er die New Yorker Theaterwelt. 1951 gab er sein Broadway-Debüt als Tybalt in Romeo und Julia, an der Seite von Olivia de Havilland, die ebenfalls zum ersten Mal auf dem Broadway stand. Für diese Rolle färbte er sich die Haare rot und erhielt den Theater World Award.
Smithers war Mitglied des renommierten Actors Studio und sammelte in den 1950er-Jahren weitere Broadway-Erfahrungen, unter anderem mit Richard Burton in Legend of Lovers und Ben Gazzara in End as a Man. 1957 gewann er einen Obie Award für seine Darstellung des Treplev in einer Off-Broadway-Produktion von Tschechows Die Möwe.
Auf der Kinoleinwand hinterließ er bleibende Spuren: 1956 spielte er in Robert Aldrichs Kriegsfilm Attack einen prinzipientreuen Infanterieoffizier, 1973 folgte die Rolle des unnachgiebigen Gefängnisdirektors Barrot in Franklin J. Schaffners Papillon neben Steve McQueen. In einer seiner berühmtesten Szenen erklärt Barrot dem inhaftierten Protagonisten kalt: 'Wir sind keine Priester, wir sind Verarbeiter. Ein Fleischverarbeiter verwandelt lebende Tiere in essbare. Wir verwandeln gefährliche Männer in harmlose.'
Star Trek und Hollywoods Randfiguren
Smithers' Vielseitigkeit zeigte sich auch in einem Gastauftritt in der Originalserie Star Trek: Im März 1968 spielte er Captain R.M. Merik, einen ehemaligen Sternenflottenoffizier, der nun über römische Gladiatorenkämpfe herrscht, in der Folge 'Bread and Circuses'.
Sein Gesicht war Generationen von Fernsehzuschauern vertraut durch Gastauftritte in Serien wie Mission: Impossible, Mannix, Ironside und Walker, Texas Ranger. Er war ein Charakter, der selten die Hauptrolle bekam, aber jede Szene, in der er auftauchte, sofort dominierte.
Kurios: Der Regisseur André Gregory gab dem Wärter in Sylvester Stallones und Wesley Snipes' Film Demolition Man von 1993 den Namen William Smithers, offenbar als Hommage an den Schauspieler.
Der Rechtsstreit, der Geschichte schrieb
1976, während Smithers in der kurzlebigen Fernsehserie Executive Suite die Hauptrolle spielte, klagte er gegen MGM. Er behauptete, das Studio habe seinen Vertrag gebrochen, der festlegte, dass kein anderes Ensemblemitglied mehr Geld oder eine bessere Nennung im Abspann erhalten dürfe als er, mit drei namentlich genannten Ausnahmen.
Ein MGM-Manager drohte ihm angeblich, ihn in Hollywood auf eine schwarze Liste zu setzen, sollte er die Klage weiterverfolgen. Smithers ließ sich nicht einschüchtern. Sowohl eine Jury als auch der Oberste Gerichtshof Kaliforniens entschieden zu seinen Gunsten. 'Wir haben es groß gewonnen', sagte er später.
Der Fall Smithers gegen MGM wird heute in Kursen zum Unterhaltungsrecht gelehrt und gilt als Präzedenzfall für Vertragsrechte von Schauspielern gegenüber Filmstudios.
Ein Leben zwischen Navy und Rampenlicht
Marion Wilkinson Smithers Jr. wurde am 10. Juli 1927 in Richmond, Virginia, geboren. Sein Vater, ein Elektriker, zog mit der Familie 1936 nach Elizabeth, New Jersey. Nach 14 Monaten bei der US-Marine studierte Smithers am Hampden-Sydney College in Virginia und an der Catholic University in Washington, bevor er 1950 nach New York zog, um Schauspieler zu werden.
Um die Miete zu bezahlen, arbeitete er als Platzanweiser im Alvin Theatre am Broadway, wo Henry Fonda gerade in Mr. Roberts auf der Bühne stand. Wenige Jahre später stand er selbst im Rampenlicht, wurde ins Actors Studio aufgenommen und begann eine Karriere, die mehr als sieben Jahrzehnte umspannen sollte.
Dallas verließ Smithers nach eigenem Bekunden wegen eines Gehaltsstreits: 'Mein Agent war überzeugt, dass sie auf die Summe eingehen würden, die wir gefordert hatten, aber das taten sie nicht. So endete die ganze Sache.' Trotzdem bleibt Jeremy Wendell eine seiner bekanntesten Rollen.
Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
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