Colbert entlarvt Trumps Krise in The Late Show with Stephen Colbert

·23.04.2026·3 Min
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Zwei Drittel der Amerikaner lehnen Trumps Iranpolitik ab, er antwortet mit Apprentice-Nostalgie. Statt aktueller Erfolgszahlen postete er Screenshots eines New York Times-Artikels von April 2004. Colbert nutzte diesen Widerspruch für eine Analyse, die härter trifft als jede Umfrage.

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Trump gräbt 22 Jahre alte Quoten aus

Während zwei Drittel der Amerikaner Trumps Umgang mit dem Krieg gegen Iran ablehnen und seine Zustimmungswerte auf magere 32 Prozent abgesunken sind, griff der Präsident zu einer ungewöhnlichen Gegenstrategie. Er teilte Screenshots eines New York Times-Artikels vom April 2004, der die starken Einschaltquoten der ersten Staffel von The Apprentice feierte.

Damals schauten rund 41,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer das Staffelfinale der NBC-Reality-Show. The Apprentice war die meistgesehene neue Serie des Jahres 2004. Diese Zahlen präsentierte Trump nun auf Truth Social, als wären sie ein aktueller Beweis seiner Beliebtheit.

Colbert kommentierte den Vorgang trocken: Es sei immer ein Warnsignal, wenn jemand anfange, mit Dingen von vor 22 Jahren zu prahlen. Die Pointe saß, das Studiopublikum reagierte mit lautem Gelächter.

Colbert zerlegt Trumps verzweifelte PR

In der Sendung vom 22. April 2026 widmete Stephen Colbert dem Vorfall einen ausgedehnten Monolog. Er stellte die Verbindung zwischen den abstürzenden Umfragewerten und dem nostalgischen Social-Media-Post direkt her: Wer auf Jahrzehnte alte Fernsehquoten zurückgreifen muss, um Stärke zu demonstrieren, sendet damit vor allem ein Signal der Schwäche.

Besonders pikant ist der Kontext. Zwei Drittel der Bevölkerung missbilligen Trumps Führung im Krieg gegen Iran, und Colbert ließ die Bemerkung fallen, er beginne zu glauben, dieser Krieg werde nicht bis zum Memorial Day vorbei sein. Die Kombination aus außenpolitischer Kritik und innenpolitischem Imageproblem bot reichlich Material für den Moderator.

Jim E. Kimmel, Moderator der Konkurrenz-Sendung auf ABC, war ebenfalls Thema in der Sendung, doch der Abend gehörte klar Colberts Abrechnung mit Trumps Nostalgie-Offensive.

Zustimmung bei 32 Prozent: Krise eskaliert

Die Zahl ist bemerkenswert: Nur 32 Prozent der Amerikaner stehen hinter Trumps Kurs. Das ist ein historisch niedriger Wert, der die Nervosität im Weißen Haus erklären dürfte. Gerade in Zeiten eines laufenden Konflikts sind solche Werte für einen Präsidenten politisch gefährlich.

Der Rückgriff auf The Apprentice lässt sich in diesem Licht als Versuch lesen, eine Erzählung von Erfolg und Popularität aufrechtzuerhalten, die die aktuellen Zahlen nicht mehr stützen. Die Reality-Show machte Trump in den frühen 2000er Jahren zum Fernsehstar, doch diese Ära liegt weit zurück.

Colbert fasste die Lage mit seinem charakteristischen Sarkasmus zusammen: Wenn das Beste, was man über sich sagen kann, 22 Jahre alt ist, spricht das Bände über den gegenwärtigen Zustand.

Colberts Late Show endet bald

Der Monolog vom 22. April gehört zu den letzten, die Stephen Colbert in dieser Form halten wird. Die Late Show with Stephen Colbert läuft im Mai 2026 aus. CBS hat bereits den Nachfolger benannt: Byron Allen übernimmt die Spätschicht und gestaltet das neue Late-Night-Lineup des Senders.

Colbert nutzt die verbleibende Sendezeit, um politische Kommentare mit der Schärfe zu liefern, für die er bekannt ist. Der Trump-Quoten-Monolog zeigt, dass er bis zum Schluss nicht an Bissigkeit verliert.

Für das deutsche Publikum ist die Late Show über verschiedene Streaming-Plattformen und Video-on-Demand-Angebote abrufbar. Byron Allens Debüt als Nachfolger dürfte ebenfalls international Aufmerksamkeit erregen.

Byron Allen folgt auf Colbert

Mit Byron Allen betritt ein Medienunternehmer die Late-Night-Bühne, der vor allem als Gründer von Allen Media Group bekannt ist. Seine Berufung durch CBS markiert einen ungewöhnlichen Schritt, da Allen kein klassischer Stand-up-Komiker oder Talkshow-Veteran ist.

Stephen Colbert moderierte die Late Show seit 2015 und prägte sie mit seinem politisch zugespitzten Stil. Sein Abgang hinterlässt eine Lücke, die Byron Allen auf seine eigene Art füllen muss. Wie er mit einem Präsidenten umgehen wird, der auf 22 Jahre alte Fernsehquoten zurückgreift, bleibt abzuwarten.

Jim E. Kimmel bleibt derweil bei seiner Sendung auf ABC und dürfte das Feld der politischen Late-Night-Satire nicht kampflos räumen. Der Wettbewerb um die späten Stunden wird nach Colberts Abgang neu gemischt.

Zuletzt aktualisiert: 23.04.2026, 14:31 Uhr

Artikel geschrieben von:

Marie Weber
Autor
Marie Weber
Action- & Adventure-SerienDrama-SerienMystery

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.

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