Boots Riley stoppt I'm a Virgo Staffel 2 und nennt seinen Grund

·13.05.2026, 03:00 Uhr·3 Min
Bild: Prime Video · TMDB

I'm a Virgo bleibt für immer eine einzige Staffel. Die Surrealismusserie mit Jharrel Jerome und Walton Goggins ist bei Prime Video abrufbar, doch eine Fortsetzung hat Schöpfer Boots Riley nun endgültig begraben. Für Fans wiegt das doppelt schwer, weil die erste Staffel bereits 40 Prozent ihres Skripts verlor.

Artikel-Inhalt

Staffel 2 findet nur in der Fantasie statt

Boots Riley hat klargestellt, dass eine zweite Staffel von I'm a Virgo nicht kommen wird. Seine Aussage ist dabei fast poetisch: Die zweite Staffel finde in der Vorstellungskraft der Zuschauer statt. Eine ernsthafte Fortsetzung hält er für nicht angemessen.

Riley begründet diese Entscheidung auch mit einer grundsätzlichen Haltung gegenüber dem Serienformat: Wir schauen zu viel Fernsehen, so der Regisseur sinngemäß. Für ihn ist I'm a Virgo ein abgeschlossenes Statement, kein Franchise-Fundament.

Prime Video hatte intern offenbar andere Vorstellungen und schlug wiederholt vor, übrig gebliebene Ideen in eine zweite Staffel zu packen. Riley widerstand diesem Druck, weil ihm das konzeptionell falsch erschien.

Budgetchaos zwei Wochen vor Drehschluss

Hinter den Kulissen verlief die Produktion alles andere als reibungslos. Zwei Wochen vor dem Ende der Dreharbeiten fehlten rund 2,75 Millionen Euro, um die Serie so abzuschließen, wie Riley es geplant hatte. Das Produktionsteam um Michael Ellenberg musste kurzfristig reagieren.

Die Folgen waren gravierend: Rund 40 Prozent des Drehbuchs mussten gestrichen werden. Darunter fiel auch eine vollständige vorletzte Folge, die weitere 20 Minuten zur Geschichte beigetragen hätte und für das Gesamtgefüge zentral war.

Die gestrichenen Inhalte waren laut Riley nicht einfach übertragbar. Die verbliebenen Ideen hätten nur im Kontext des geschnittenen Materials funktioniert. Eine Staffel 2 mit diesem Material zu beginnen, ohne den fehlenden Abschluss der ersten Staffel, wäre erzählerisch wirkungslos gewesen.

LaKeith Stanfield verpasste seinen Auftritt

Auch personell gab es unerwartete Rückschläge. LaKeith Stanfield war ursprünglich als eine der Figuren aus dem Viertel Lower Bottoms vorgesehen, einem zentralen Schauplatz der Serie rund um den überdimensional großen Protagonisten Cootie.

Stanfields Verpflichtung für Disneys Haunted Mansion verhinderte jedoch seinen Auftritt bei I'm a Virgo. Ein Terminkonflikt, der dem Ensemble um Jharrel Jerome, Olivia Washington, Brett Gray, Allius Barnes und Kara Young einen weiteren prominenten Namen verweigerte.

Boots Riley sprach offen über diese und andere Rückschläge in einem Gespräch mit Ash Crossan, in dem er die gesamte Produktionsgeschichte der Serie aufarbeitete.

Worum es in der Serie geht

I'm a Virgo erzählt die Geschichte von Cootie, einem jungen schwarzen Mann aus Oakland, der aufgrund seines extremen Wachstums von fast vier Metern Körpergröße sein Leben lang von der Außenwelt ferngehalten wurde. Als er schließlich in die Stadt aufbricht, prallt sein naives Weltbild auf eine surreale, politisch aufgeladene Realität.

Die Serie verwebt sozialkritische Themen mit einem unverwechselbaren visuellen Stil. Jharrel Jerome verkörpert Cootie, Walton Goggins spielt eine der markantesten Figuren im Serienuniversum. Das Ensemble überzeugte Kritiker und Publikum gleichermaßen.

Beim Start im Juni 2023 erzielte I'm a Virgo auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes eine nahezu perfekte Zustimmungsrate von 96 Prozent und gilt damit als eine der meistgelobten Serien des Jahres.

Rileys nächstes Projekt begeistert Kritiker

Boots Riley hat sich nach I'm a Virgo nicht zurückgezogen. Mit I Love Boosters kehrte er zum Filmemachen zurück und kombiniert erneut Surrealismus mit geerdetem Geschichtenerzählen. Die Premiere beim SXSW-Festival begeisterte die Kritik.

Kara Young, die in I'm a Virgo eine tragende Rolle spielte, machte in der Zwischenzeit Theatergeschichte. Sie wurde zur ersten schwarzen Schauspielerin, die vier aufeinanderfolgende Tony-Nominierungen als beste Nebendarstellerin in einem Schauspiel erhielt, und zur ersten afroamerikanischen Schauspielerin, die diese Auszeichnung zweimal in Folge gewann.

I'm a Virgo bleibt damit ein singuläres Werk: kritisch gefeiert, von Budgetproblemen gezeichnet und ohne Fortsetzung. Was hätte sein können, bleibt Spekulation, genau so, wie Riley es gewollt hat.

Quelle: Prime VideoZuletzt aktualisiert: 13.05.2026, 03:00 Uhr

Artikel geschrieben von:

Julia Fischer
Autor
Julia Fischer
Sci-Fi & FantasyMysteryComedy-Serien

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.

Alle Artikel von Julia

Mehr aktuelle Serien-News

Bleib auf dem Laufenden — alle frischen Meldungen, Trailer und Staffel-Starts auf einen Blick.

Wo wird die Serie gestreamt?

Streaming-Verfügbarkeit für Deutschland • Daten von TMDB