BAFTA-nominiert und trotzdem abgesetzt: Film Club ist Geschichte
Sechs Folgen, kein Comeback: Film Club ist endgültig vorbei. Aimee Lou Wood und die BBC beendeten die Serie einvernehmlich nach einer Staffel. Für ZDFneo-Zuschauer bedeutet das: Was ausgestrahlt wurde, ist alles, was es je geben wird.
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Einvernehmliches Ende nach einer Staffel
Film Club wird nicht fortgesetzt. Die Entscheidung fiel im gegenseitigen Einvernehmen: Aimee Lou Wood möchte ihre Energie auf neue Schreibprojekte lenken, und die BBC zeigte sich offen dafür, die Serie nach einer Staffel abzuschließen. Ein Streit oder eine einseitige Absetzung stand demnach nicht hinter dem Ende.
Die sechsteilige erste Staffel hatte Wood eine BAFTA-Nominierung als Beste Hauptdarstellerin eingebracht, was die Qualität des Projekts unterstreicht. Trotz dieser Anerkennung entschieden sich beide Seiten, den natürlichen Abschluss der Geschichte zu akzeptieren und nicht auf Biegen und Brechen eine Fortsetzung zu erzwingen.
Für Wood ist Film Club damit ein erfolgreich abgeschlossenes Kapitel. Die Serie war ihr erstes Drehbuchprojekt überhaupt, und der Abschluss mit einer BAFTA-Nominierung darf als beachtlicher Einstand gewertet werden.
Ein persönliches Projekt von Wood
Film Club war für Aimee Lou Wood weit mehr als ein gewöhnlicher Auftrag. Sie entwickelte die Serie gemeinsam mit ihrem ehemaligen Schauspielschulfreund Ralph Davis und schrieb damit ihr Drehbuchdebüt. Auch für Davis war es die erste Arbeit als Serienautor.
Wood spielte darin Evie, eine junge Frau, die in der Garage ihrer Mutter einen Filmclub ins Leben ruft. Dieser wöchentliche Treffpunkt wird zur Flucht aus dem Alltag, einem Ort voller Wunder, an dem Evie ungestörte Stunden mit ihrer besten Freundin Noa verbringen kann. Die Geschichte trug eine deutlich persönliche Handschrift.
Für die vierte Episode der sechs Folgen umfassenden Staffel stieß Anna Jordan zum Autorenteam, bekannt durch ihre Arbeit an der Serie One Day. Das Ensemble umfasste neben Wood unter anderem Nabhaan Rizwan, Suranne Jones, Liv Hill, Adam Long und Owen Cooper, während Stella Merz und Hannah Pescod ebenfalls zum Projekt beitrugen.
Produktion und internationale Partner
Hinter Film Club stand Gaumont als Produktionsfirma, das britische Ableger des Unternehmens, das auch für internationale Erfolge wie Lupin und Obsession verantwortlich zeichnet. Die Produktion erhielt zusätzliche Unterstützung durch den deutschen Sender ZDFneo, was dem Projekt von Beginn an eine internationale Ausrichtung gab.
Den Vertrieb der Serie auf dem Weltmarkt übernahm Fremantle, ein erfahrener Akteur im internationalen Seriengeschäft. Durch diese Konstellation konnte Film Club ein Publikum weit über Großbritannien hinaus erreichen.
Für deutsche Zuschauer war ZDFneo der Heimatsender der Serie. Wer die Folgen noch nicht gesehen hat, kann sie voraussichtlich in der ZDFneo-Mediathek abrufen, auch wenn ein konkretes Verfügbarkeitsdatum derzeit nicht bestätigt ist.
Aimee Lou Wood nach White Lotus
Aimee Lou Wood hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der gefragtesten britischen Schauspielerinnen entwickelt. Ihre Rolle in White Lotus brachte ihr internationale Aufmerksamkeit und öffnete ihr Türen zu ambitionierten Projekten auf beiden Seiten des Atlantiks.
Mit Film Club bewies Wood, dass ihr Talent nicht auf die Schauspielerei beschränkt ist. Als Co-Autorin einer BAFTA-nominierten Serie hat sie sich auch hinter der Kamera etabliert. Welche Schreibprojekte sie als nächstes angeht, ist bislang nicht bekannt.
Das Ende von Film Club bedeutet für Wood keinen Rückschlag, sondern einen bewussten Schritt vorwärts. Wer ihre Karriere verfolgt, darf gespannt sein, in welche Richtung sie ihre kreative Energie als nächstes lenkt.
Was bleibt von Film Club?
Auch wenn Film Club keine Fortsetzung erhält, hinterlässt die Serie einen bleibenden Eindruck. Die BAFTA-Nominierung für Aimee Lou Wood als Beste Hauptdarstellerin ist ein handfester Beleg dafür, dass die Kritik die Arbeit des Teams honorierte.
Die Serie reiht sich ein in eine Reihe britischer Comedys, die in kurzer Laufzeit eine dichte, persönliche Geschichte erzählen, ohne auf eine Fortsetzung angewiesen zu sein. Vergleichbar ist dieser Ansatz mit Formaten wie Big Boys oder Daddy Issues, die ebenfalls mit überschaubaren Staffeln ein treues Publikum fanden.
Film Club bleibt damit ein abgeschlossenes, eigenständiges Werk. Für alle Beteiligten, von Wood und Davis über die Besetzung mit Suranne Jones, Nabhaan Rizwan, Liv Hill, Adam Long, Owen Cooper, Stella Merz und Hannah Pescod bis hin zu Gaumont und Fremantle, ist es ein Projekt, das trotz seines Endes als Erfolg gewertet werden kann.
Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.
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