All Her Fault triumphiert mit sieben Emmy-Nominierungen und 46 Millionen Stunden

Sieben Emmy-Nominierungen für eine Serie, die kaum jemand kannte. All Her Fault mit Sarah Snook und Dakota Fanning schaffte Peacocks ersten großen Scripted-Durchbruch bei den wichtigsten TV-Preisen Amerikas. Dass ausgerechnet diese Limited Series den Bann bricht, hatte niemand erwartet.
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Sieben Nominierungen, ein Meilenstein
All Her Fault hat Peacock bei den Emmy Awards in eine neue Liga gehoben. Die Limited Series erhielt sieben Nominierungen, darunter Outstanding Limited or Anthology Series, Outstanding Lead Actress für Sarah Snook sowie Outstanding Supporting Actress für Dakota Fanning. Damit gelang dem Streamingdienst der erste bedeutende Durchbruch im Scripted-Bereich der wichtigsten amerikanischen Fernsehpreise.
Pearlena Igbokwe, Vorsitzende der Television Studios bei NBC Entertainment und Peacock Scripted, kommentierte den Erfolg deutlich: 'Das ist ein großer Meilenstein für uns bei Peacock. Es war nicht nur eine Nominierung in einer Kategorie, es waren sieben. Als wir auf der Bildfläche erschienen, haben wir das in großem Stil getan.' Zuvor hatte die Plattform zwar zwei Emmy-Preise für die Reality-Sendung The Traitors gewonnen, im Scripted-Bereich aber fehlte ein vergleichbarer Erfolg.
Die Nominierungen kamen trotz eines frühen Startfensters innerhalb des Eligibility-Zeitraums. Sarah Snook, die mit dieser Nominierung ihren vierten Emmy-Nod ihrer Karriere verbucht, zeigte sich überrascht: Sie sei 'absolut begeistert für das Team und die verdiente Anerkennung, die alle bekommen haben', und bezeichnete die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen starken Projekten bereits als Sieg.
Rekordstart: 46 Millionen Stunden
All Her Fault ist nicht nur ein Awards-Phänomen, sondern auch kommerziell der größte Serienstart in der Geschichte von Peacock. In den ersten drei Wochen nach Veröffentlichung erreichte die Serie 46 Millionen gestreamte Stunden, ein Wert, den keine andere Eigenproduktion des Dienstleisters zuvor erzielen konnte.
Die Serie basiert auf dem Roman der irischen Autorin Andrea Mara. Im Mittelpunkt steht eine Mutter, gespielt von Sarah Snook, die nach dem Verschwinden ihres kleinen Sohnes verzweifelt versucht, die Wahrheit aufzudecken. Der psychologische Thriller trifft offenbar einen Nerv, der weit über ein klassisches Krimiformat hinausgeht.
Igbokwe erklärte, was sie persönlich an dem Stoff fesselte: Die Serie spreche etwas an, das selten offen diskutiert werde, nämlich die psychische Belastung berufstätiger Mütter, die gleichzeitig als Elternteil und als Berufsfrau bewertet werden. Dieses Thema habe bei einem breiten Publikum Resonanz erzeugt.
Snook und Fanning überzeugen die Academy
Sarah Snook trägt die Serie als Hauptfigur und wurde dafür mit einer Emmy-Nominierung als Outstanding Lead Actress in einer Limited Series belohnt. Es ist ihre vierte Nominierung in dieser Karrierephase, nach ihrem Gewinn für Succession. Dakota Fanning erhielt eine Nominierung als Outstanding Supporting Actress und ergänzt damit das preisgekrönte Ensemble.
Snook lobte Showrunnerin Megan Gallagher ausdrücklich für deren Darstellung der mentalen Belastung von Müttern: 'Megan hat eine so fesselnde Geschichte erschaffen, mit zutiefst fehlerhaften Charakteren und einigen herrlich unerwarteten Wendungen.' Diese Kombination aus emotionaler Tiefe und Thriller-Mechanik sei es gewesen, die das Publikum von Anfang an gehalten habe.
Gallagher selbst zeigte sich beeindruckt davon, wie konsequent die Plattform hinter dem Projekt stand. Sie betonte das kreative Vertrauen und das Engagement des Marketing-Teams als entscheidende Faktoren für den Erfolg, und äußerte die Hoffnung, dass Peacock nun den Platz in der Awards-Diskussion einnehme, den der Dienst verdiene.
Keine Fortsetzung geplant
Trotz des außergewöhnlichen Erfolgs plant Peacock keine Fortsetzung von All Her Fault. Igbokwe machte klar, dass die Geschichte als in sich geschlossene Erzählung konzipiert wurde: 'Es war eine abgeschlossene Geschichte. Es fühlte sich einfach nicht richtig an, eine andere Geschichte in dieses Format zu pressen.'
Die Entscheidung, keine Anthologie-Variante zu entwickeln, steht im Widerspruch zur gängigen Industrie-Logik, die erfolgreiche Formate möglichst lang ausdehnt. Peacock setzt stattdessen auf eine neue Zusammenarbeit mit Gallagher und dem Produktionsunternehmen Carnival.
Das gemeinsame Folgeprojekt trägt den Arbeitstitel Break-In und dreht sich ebenfalls um ein Familiengeheimnis. Igbokwe formulierte die Erwartungshaltung bescheiden: 'Wenn wir halb so gut sein können wie All Her Fault, wäre ich glücklich.'
Peacock als Plattform für Frauengeschichten
Der Erfolg von All Her Fault fügt sich in eine bewusste Strategie ein. Igbokwe beschreibt Peacock als Plattform, die gezielt auf frauenzentrierte Geschichten setzt, neben All Her Fault etwa mit Apples Never Fall oder der aktuellen Serie The Five-Star Weekend. Diese Ausrichtung spiegelt sich nun auch in den Emmy-Nominierungen wider.
Gleichzeitig relativiert Igbokwe den Stellenwert von Preisen für das Gesamtgeschäft. Auszeichnungen seien willkommen, aber nicht das primäre Ziel: 'Wir können nicht sagen, dass wir ausschließlich auf Awards und Emmy-Nominierungen aus sind. In erster Linie müssen wir unser Publikum bedienen und sicherstellen, dass wir ihm großartige Unterhaltung bieten, die wirklich zündet.'
Mit All Her Fault hat Peacock beides erreicht: ein Massenpublikum und die Aufmerksamkeit der Academy. Ob das eine Blaupause für künftige Produktionen wird, dürfte davon abhängen, ob Break-In an diesen Doppelerfolg anknüpfen kann.
Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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