Abgesetzt 2016: Weshalb Netflix Marvel's Agent Carter kein neues Zuhause bot

·02.07.2026, 19:02 Uhr·3 Min
Abgesetzt 2016: Weshalb Netflix Marvel's Agent Carter kein neues Zuhause bot
Bild: ABC · TMDB

Eigenständiger Ton, treue Fans, trotzdem abgesetzt: Agent Carter passte nirgendwo rein. ABC strich die Serie 2016, und Netflix winkte ab, da man bereits eigene Marvel-Serien wie Daredevil im Portfolio hatte. Eine dritte Staffel mit Rückblicken in Peggys Familiengeschichte blieb damit für immer ungedreht.

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Absetzung 2016 nach zwei Staffeln

Agent Carter lief zwei Staffeln lang, bevor die Serie 2016 wegen schwacher Einschaltquoten abgesetzt wurde. Die Serie folgte Peggy Carter nach dem Zweiten Weltkrieg als Spionin, und Hauptdarstellerin Hayley Atwell hatte in dieser Rolle reichlich Raum, die Figur weiterzuentwickeln. Das Aus kam trotzdem, und eine dritte Staffel blieb aus.

Für viele Fans war die Absetzung ein harter Schlag, weil die Serie einen eigenständigen Ton hatte, der sich deutlich von anderen Marvel-Produktionen unterschied. Agent Carter war zugänglicher und familienfreundlicher als etwa Daredevil oder Jessica Jones, die zur selben Zeit bei Netflix liefen.

In Deutschland ist die Serie heute bei Disney+ verfügbar, wo beide Staffeln im Katalog stehen.

Netflix wollte keine fremden Serien

Nach der Absetzung hofften Fans, Netflix könnte die Serie retten, wie es bei anderen abgesetzten Produktionen gelegentlich geschehen war. Doch Netflix zeigte kein Interesse. Der damalige Netflix-Chef Ted Sarandos erklärte gegenüber Entertainment Weekly: 'We're looking for truly original brands to own and in that Marvel space we already have original comic book shows.'

Die Aussage machte die Strategie deutlich: Netflix wollte im Marvel-Bereich eigene Marken aufbauen, keine Übernahmen von anderen Sendern. Mit Daredevil, Jessica Jones und später The Punisher hatte der Streamer bereits ein eigenes Marvel-Universum etabliert, das auf düstere, erwachsene Geschichten setzte.

Agent Carter passte stilistisch ohnehin nicht in dieses Raster. Die Serie war kein Kandidat für einen Crossover mit den Netflix-Helden, und eine eigenständige Fortsetzung hätte das Profil des Streamers verwässert.

Staffel 3 hätte die Familie beleuchtet

Die Showrunner hatten für eine dritte Staffel bereits eine klare Richtung. Hayley Atwell sprach 2016 gegenüber CinemaBlend über die geplante Handlung: 'There was talk of Season 3 of going further back into her past. So, the showrunners were talking about a possible kind of twist, I suppose, into something to do with the family.'

Konkret wäre Peggy Carters Bruder Michael, gespielt von Max Brown, stärker in den Mittelpunkt gerückt. Michael hatte seinen Tod vorgetäuscht und war später in zwielichtige Operationen verwickelt. Atwell ergänzte damals: 'They suggested there would be more to do with my brother.' Diese Handlungslinie blieb damit unvollendet.

Die ungenutzten Ideen zeigen, wie viel Potenzial die Serie noch hatte. Eine dritte Staffel hätte Peggy Carters Herkunft und Familiengeschichte vertieft, was dem Charakter eine neue Dimension gegeben hätte.

Atwell kehrte als Captain Carter zurück

Auch wenn Agent Carter als Serie endete, verschwand Hayley Atwell nicht aus dem Marvel-Universum. Sie kehrte als Peggy Carter in weiteren Marvel-Projekten zurück und bekam dabei eine deutlich mächtigere Version der Figur zu spielen.

In Doctor Strange in the Multiverse of Madness trat Atwell als Captain Carter auf, Großbritanniens eigene Supersoldatin mit einem Vibranium-Schild. Die Figur war eine Variante aus einem anderen Universum und zeigte, was aus Peggy Carter hätte werden können.

Für Fans der Serie war es ein kurzer, aber willkommener Moment. Die Kerngeschichte von Agent Carter blieb jedoch unabgeschlossen, und eine Fortsetzung ist bis heute nicht in Planung.

Eine Lücke im Marvel-Fernsehen

Agent Carter bleibt ein Beispiel dafür, wie Streaming-Strategien das Schicksal von Serien bestimmen können. Netflix hatte 2016 klare Prioritäten und wollte im Marvel-Bereich keine Fremdserie übernehmen, egal wie engagiert die Fangemeinde war.

Die Serie hatte eine treue, aber zu kleine Zuschauerschar. Kein anderer Sender oder Streamer sprang ein, nachdem Netflix abgesagt hatte. Die Geschichte von Peggy Carter blieb damit auf zwei Staffeln beschränkt.

Rückblickend ist das eine verpasste Chance: Die geplante dritte Staffel mit Michaels dunkler Vergangenheit und Peggys Familiengeschichte hätte der Serie einen würdigen Abschluss gegeben.

Quelle: ABCZuletzt aktualisiert: 02.07.2026, 19:02 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
Action-SerienScience FictionFantasy-Serien

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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