16 Jahre Jury, ein Rat: Was Michelle Visage über RuPaul's Drag Race weiß

Was genau macht eine Queen zur Siegerin, nach 18 Staffeln? Visage kennt RuPaul als besten Freund und beobachtet seit 16 Jahren, welche Kandidatinnen scheitern und warum. Ihr Rat ist simpel, doch nur wenige setzen ihn wirklich um.
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Das Geheimnis liegt beim Lachen
Michelle Visage sitzt seit über 16 Jahren in der Jury von RuPaul's Drag Race und kennt RuPaul nicht nur als Kollegen, sondern als besten Freund. Trotzdem beobachtet sie Staffel für Staffel dasselbe Muster: Die Queens denken zu viel nach. 'Man würde meinen, nach einigen Staffeln hätten sie das verstanden', sagt Visage.
Ihr Rat ist so einfach wie er klingt: RuPaul zum Lachen bringen. 'Wenn man es herunterbricht, merkt man: Das ist gar nicht so schwierig, wie ich es mir vorgestellt habe', erklärt Visage. Das Problem sei das Overthinking, das viele Kandidatinnen in die Falle treibt.
Myki Meeks, die Gewinnerin der 18. Staffel, hat dieses Prinzip besser verstanden als die meisten ihrer Mitstreiterinnen. Ihr Weg zur Krone verlief alles andere als geradlinig.
Meeks: Vom Tabellenende zur Krone
Myki Meeks startete schwach in die 18. Staffel. Beim 'Rate-A-Queen'-Twist platzierten ihre Mitstreiterinnen sie sogar am unteren Ende der Rangliste. Was danach folgte, war eine der bemerkenswertesten Aufholjagden der Seriengeschichte.
Meeks selbst beschreibt den Wendepunkt klar: 'Ab diesem Moment war ich fast jede Folge in der Spitzengruppe. Da wurde mir bewusst, dass ich das Finale erreichen könnte.' Der Auftritt als Stephanie Miller in der Snatch-Game-Variante 'Snatch Game of Love: Island Edition' markierte den Beginn ihres Aufstiegs.
Am Ende sashayed Meeks als Siegerin von RuPaul's Drag Race Staffel 18 vom Laufsteg. Visage hatte die Wende kommen sehen: 'Ich hatte nicht erwartet, dass diese Frau so stark wird. Aber als es klickte, hat sie es wirklich kapiert.'
Drew Barrymore und viraler Snatch-Game-Moment
Meeks bereitete sich nicht erst in Staffel 18 auf das Snatch Game vor. Es war ihre vierte Bewerbung für die Show, und bei fast jeder Audition hatte sie Drew Barrymore im Gepäck. 'Ich wusste, dass es eine gute Imitation ist', erklärt Meeks. Körperkomik ist eine ihrer größten Stärken, und genau das hob ihre Barrymore-Darstellung auf ein neues Niveau.
Der Auftritt schlug Wellen weit über die Sendung hinaus. Drew Barrymore lud Meeks zu einem persönlichen Interview in ihre Talkshow ein. 'Dass während einer laufenden Staffel eine Kandidatin in einer Tageshow auftritt, das war etwas ganz Besonderes', sagt Meeks. Und dann fügt sie das entscheidende Detail hinzu: 'Wenn du RuPaul beim Snatch Game zum Lachen bringst, hast du in ihrem Kopf einen Haken gesetzt.'
Visage sieht darin den Beweis für ihr Credo. Sie empfiehlt Queens, die keine Imitatorinnen sind, lieber eine fiktive Verwandte des Originals zu spielen, als eine schwache Kopie abzuliefern. 'Arbeite klüger, nicht härter. Es muss nicht so kompliziert sein, wie viele es machen wollen.'
Ohnmacht, Handstand und ikonische Momente
Staffel 18 lieferte auch jenseits von Meeks unvergessliche Szenen. In Episode 4 fiel Briar Blush nach einer Kritik von Gastjurorin Law Roach in Ohnmacht. Roach hatte ihr gesagt, sie sehe aus wie ein WWE-Wrestler. Mitstreiterinnen Vita und Mia glaubten zunächst, es sei gespielt. Meeks stellte klar: 'Das arme Mädchen hatte sich zu dem Zeitpunkt nicht gut um sich gekümmert und stand unter enormem Stress.'
Einen anderen unvergesslichen Augenblick lieferte Dion, die während eines Lippensynchron-Duells gegen Jane Don't einen Handstand vollführte und anschließend ein Kostümwechsel folgte. Visage war begeistert: 'Ich bin wie ein Kind im Süßwarenladen. Ich liebe meinen Job.' Dion landete insgesamt viermal auf dem letzten Platz, was Visage nicht daran hinderte, ihre Lippensynchronisations-Auftritte mit Vorfreude zu erwarten.
Auch Addams' Gang wurde zum Running Gag der Staffel. GIFs kursierten massenhaft im Netz, und Visage gestand, sie hätte in diesen Momenten gerne noch mehr davon gesehen. 'Dann fängt Ru an zu lachen', sagt Visage. Genau das ist der Punkt.
Warum langsame Starter oft gewinnen
Visage hat über die Jahre beobachtet, dass Queens, die nicht als strahlende Favoritinnen starten, keinen Nachteil haben müssen. 'Man überwindet die Nervosität und begreift, dass man unter Menschen ist, die genauso fabelhaft sind wie man selbst.' Das Finden des eigenen Spielstils braucht manchmal einfach Zeit.
Das Gegenteil gilt für Frontrunnerinnen. Wer von Anfang an alle Blicke auf sich zieht, trägt auch die Zielscheibe auf dem Rücken. Jane Don't war lange die klare Favoritin der Staffel, bis sie eliminiert wurde. In diesem Moment, so Meeks, wurde ihr bewusst, dass sie selbst die neue Spitzenreiterin war.
Visage fasst es so zusammen: 'Wenn du von Anfang an mit voller Kraft loslegst, ist das Ziel auf dir, und dann brichst du oft unter dem Druck zusammen.' Myki Meeks machte es anders. Sie baute sich auf, Schritt für Schritt, bis nichts mehr zu stoppen war.
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Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.
Alle Artikel von SophieSophie hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.